... of Lufthansa are parket at Berlin-Brandenburg Airport.

ParkflächenDringend gesucht: Platz zum Parken von Flugzeugen

Durch die Corona-Krise wird bald der Großteil der Flugzeuge in Europa am Boden stehen. Wie viel Platz die geparkten Flieger brauchen.

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Dass der Berliner Hauptstadtflughafen BER mehrere Jahre Verspätung hat und immer noch nicht eröffnet wurde, hat unzählige Male für Kritik und Spott gesorgt. Jetzt hat das Ganze allerdings einen unverhofften positiven Effekt: Der Airport kann als Parkplatz genutzt werden für Flugzeuge, die in der Corona-Krise nicht gebraucht werden.

Und das ist dringend nötig. So fährt etwa die Lufthansa-Gruppe ihr Angebot auf der Langstrecke um 90 Prozent herunter, auf der Kurz- und Mittelstrecke um 80 Prozent. Die Fluglinie Lufthansa und die deutschen Töchter Eurowings, Germanwings und Lufthansa Cityline haben zusammen rund 450 Flugzeuge in ihren Flotten. Wenn davon 80 Prozent vorerst nicht mehr fliegen, stehen rechnerisch 320 Flieger am Boden.

So viel Platz braucht Austrians Flotte

Das braucht Platz. Wie viel genau, das lässt sich exemplarisch an Austrian Airlines ausrechnen, die ab Donnerstag den Betrieb vorerst ganz einstellt. Die Österreicher haben derzeit 82 Flugzeuge. Ein Modell ist die Boeing 767-300. Sie ist 54,90 Meter lang und hat eine Spannweite von 47,60 Metern. Daraus ergibt sich ein Platzbedarf von etwa 2600 Quadratmetern für einen dieser Langstreckenflieger. Ein Kurz- und Mittelstreckenjet vom Typ Airbus A320 braucht rund 1345 Quadratmeter Abstellfläche.

Zur Austrian-Flotte gehören zwölf große Jets: sechs Boeing 767-300 und sechs Boeing 777-200. Eine Nummer kleiner sind die 39 Maschinen der Airbus-A320-Familie. Noch weniger Platz pro Flieger benötigen die 17 Embraer E190 und 14 Dash 8. Insgesamt brauchen alle diese Flugzeuge zusammen rund 122.726 Quadratmeter Stellfläche, gut 17 Fußballfelder. Rechnet man das ganz grob auf die gesamte Flotte der Lufthansa-Gruppe hoch, ergibt sich ein Bedarf von nochmals rund 75 Fußballfeldern.

Frankfurt wiegelt ab

Würde man die Flieger so geschickt parken wie Boeing ihre noch nicht auslieferbaren 737 Max, ließen sich sicher einige Quadratmeter sparen. Dennoch wird deutlich, wie viel Platz gebraucht wird für eine gemischte Flotte mit etwas mehr als 80 Fliegern. Und in ganz Europa gibt es ähnliche Szenarien. Die polnische Lot und die lettische Air Baltic sind schon am Boden, Ryanair, Easyjet und Air France-KLM sind nur drei weitere Beispiele von Airlines, die den größten Teil ihrer großen Flotten bald nicht mehr nutzen werden.

So wird es sicher auch die eine oder andere Herausforderung geben, Platz für all die Flugzeuge zu finden. Der Chef des Flughafens Frankfurt machte am Freitag mit Blick auf die vielen Flieger, die den Airport in den kommenden Wochen nicht mehr nutzen werden, schon deutlich: «Es ist nicht möglich, all diese Flugzeuge in Frankfurt zu parken.»

In die Wüste oder nach Schwerin

Denkbar wäre in Deutschland womöglich die Nutzung von Flugplätzen wie Neuhardenberg, Kassel oder Schwerin-Parchim, wo kein oder nur geringer Flugbetrieb stattfindet. Auch wenn Baden-Württemberg seine Flughäfen schließt, wie angekündigt, dürfte es dort Parkmöglichkeiten geben. In Spanien und Frankreich gibt es zudem Flughäfen, die aus Parken von Fliegern spezialisiert sind.

In den USA haben es Airlines oft einfacher: Delta hat am Montag mehrere Langstreckenjets zum Wüsten-Airport Pinal Airpark in Arizona geflogen - da ist reichlich Platz.

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