Wetterradarbild der Region im Zeitpunkt des Verschwindens von QZ8501: Starke Wolkenbildung.

Air Asia QZ8501Welche Rolle spielte das Wetter?

Nach dem Crash eines Airbus A320 von Air Asia stellen sich viele die Frage, wie es dazu kommen konnte. Das Wetter steht im Zentrum der Spekulationen.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

So kurz nach einem Unglück ist eigentlich noch wenig wirklich klar. Denn noch immer haben die Suchtrupps keine Spur des Airbus A320 von Air Asia gefunden, der seit gestern verschollen ist. «Die Hypothese ist, dass das Flugzeug auf dem Meeresgrund liegt», sagte Chefkoordinator Bambang Soelistyo von der National Search and Rescue Agency Indonesiens am Montag bei einer Medienkonferenz. Denn die letzte bekannte Position von Flug QZ8501 liege über der Javasee.

Eines steht im Fall von Flug QZ8501 aber fest: Das Wetter spielte eine zentrale Rolle. Denn als der A320 von Air Asia vom Radar verschwand, herrschten schwere Regenstürme im Gebiet, durch das der Flug führte. Die Piloten hatten kurz vor dem letzten Kontakt um Erlaubnis gebeten, zu steigen und die Route anzupassen – womöglich, um ein Gewitter zu umfliegen. Doch die Erlaubnis wurde ihnen nicht erteilt, berichten lokale Medien in Indonesien. Wenige Minuten – und früher als Air Asia zuerst meldete – nämlich schon um 6:16 Uhr, also rund vierzig Minuten nach dem Start.

Cumulonimbus-Wolken gelten als gefährlich

Das Wetter in Indonesien gilt als besonders heikel. Am Ort des Verschwindens von Flug QZ8501 gab es dicke Cumulonimbus-Wolken. Sie stehen für schere Gewitter und starken Niederschlag. «Andernorts reichen sie von 30.000 bis 40.000 Fuß. Bei uns reichen sie bis auf 50.000 Fuß», so ein Sprecher des indonesischen Meteorologischen Dienstes zur Zeitung Jakarta Post. In solchen Wolken könne ein Jet beschädigt werden.

«In der Regel fliegt man nicht einfach über einen Sturm drüber, sondern versucht, ihn weitläufig zu umfliegen», meinte denn auch ein ehemaliger Pilot zum Nachrichtensender CNN. Turbulente Luft könne zudem auch weit über einer Sturmwolke noch gefährlich werden. «Viel größere Flieger werden da massiv durchgeschüttelt. Das will man vermeiden», so ein anderer Pilot zur Zeitung Guardian. In größerer Höhe und bei niedrigeren Temperaturen könnten auch kleine Fehler gefährlich enden.

Sicherheitsanweisung für A320

Warum also wollten die Piloten den Kurs nach links ändern und aufsteigen? Kritik an so einem Verhalten wurde bereits nach der Tragödie um Flug AF447 laut. Auch beim Absturz der Air-France-Maschine waren die Piloten zuvor bewusst in einen Sturm hinein geflogen. Die Pitot-Sonden, die für die Geschwindigkeitsmessung zuständig sind, waren bei den Bedingungen vereist und hatten falsche Anzeigen verursacht. Die überforderten Piloten im Cockpit wussten sich nicht zu helfen und reagierten falsch.

Auch für den Airbus A320 wurde erst kürzlich eine Sicherheitsanweisung der europäischen Luftfahrtsicherheitsbehörde Easa herausgegeben. Bei einem Vorfall mit einem A321 hatten zuvor die Instrumente fälschlicherweise die Meldung eines Strömungsabrisses herausgegeben und dann korrigiert – obwohl das nicht nötig war. Im Zweifel kann so etwas gefährlich werden.

Vielleicht hatten die Piloten zuwenig Zeit

Mary Schiavo, ehemalige Chefermittlerin der US-Behörde NTSB, mahnt aber, dass man die Piloten nicht zu schnell anprangern sollte. Die Sturmwolken am Sonntagmorgen reichten bis in eine Höhe von über 13 Kilometern – deutlich höher als die Reiseflughöhe also. «In solchen Bedingungen kann sich alles so rasant ändern, da muss es schnell gehen. Vielleicht hatten sie gar keine Zeit», mutmaßt sie. Immerhin hatte der Flugkapitän mehr als 20.000 Flugstunden Erfahrung.

Zudem wird auch ein technischer Defekt nicht ganz ausgeschlossen. Denn die Notfunkbake (Emergency Locator Transmitter) des A320 von Air Asia sandte keine Signale aus.

Mehr zum Thema

ticker sin-kung airways

Sin-Kung Airways startet Frachtbetrieb

Piloten von Air Asia: Künftig sollen sie viel weiter fliegen.

Air Asia beglückt Airbus mit Order für bis zu 70 A321 XLR - und plant globales Wachstum

ticker-malaysian-airlines

Im Bild: Malaysia Airlines präsentiert Airbus A330 mit Manchester-United-Sonderlackierung

Boeing 737 Max über Kuala Lumpur: Malaysia Airlines ordert Nachschub.

Malaysia Airlines gibt Airbus einen Korb - bis zu 60 weitere Boeing 737 Max bestellt

Video

airbus a380 flightlab 2 jayn
Airbus hat einen A380 aus Abu Dhabi zurück nach Europa geholt und ihm in Irland eine neue Lackierung verpasst. Bevor er für Triebwerkstests umgerüstet wird, absolvierte der Riesenflieger nun einen tiefen Überflug über den Flughafen Toulouse-Blagnac.
Timo Nowack
Timo Nowack
Designentwurf der Hydra: Der Entwurf von Studierenden der TU Berlin hat die DLR Design Challenge gewonnen.
Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Zumindest bei der Hydra aus der Sage. Beim gleichnamigen Flugzeugkonzept der TU Berlin lässt sich der Antriebsstrang einfach austauschen. Damit haben die Studierenden nun einen renommierten Wettbewerb gewonnen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Das Terminal des Port Polska: Platz für vorerst 44 Millionen passagiere.
Von Kommunisten erdacht, viel später von einer nationalkonservativen Regierung wiederbelebt und schließlich von einer liberalen Regierung bestätigt: Port Polska hat viele politische Wendungen überlebt. Polens neuer Zentralflughafen nimmt nun konkrete Formen an. Ende 2032 soll er eröffnet werden - mit Platz für jährlich 44 Millionen Fluggäste, 24-Stunden-Betrieb und Lot Polish Airlines als wichtigster Nutzerin.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin