Bruchlandung in MoskauSuperjet-Pilot muss sechs Jahre in die Strafkolonie

2019 verunglückte ein Superjet 100 in Moskau-Sheremetyevo und 41 Menschen starben. Jetzt wurde der Pilot von Aeroflot zu sechs Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Und das ist nicht alles.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Vor vier Jahren spielte sich am Flughafen Moskau-Sheremetyevo eine Tragödie ab. Flug SU1492 von Aeroflot war am 5. Mai 2019 Richtung Murmansk gestartet. Schon kurz nach dem Abheben bekamen die Piloten des Superjet 100 aber Probleme. Nachdem ein Blitz den Flieger getroffen hatte, schaltete das Flugzeug automatisch den Autopiloten aus.

Die Piloten gingen Notfall-Checklisten durch, um eine Notlandung durchzuführen. Dabei machten sie jedoch Bedienungsfehler. Und sie ignorierten Warnungen vor Scherwinden, wie es im offiziellen Untersuchungsbericht der russischen Untersuchungsbehörde MAK heißt. Statt durchzustarten, landeten sie unsanft, dabei wirkten gigantische Kräfte von bis zu 5,85 G auf das Fahrwerk des Superjets.

Pilot kritisierte Untersuchungsbericht

Beim dritten Aufsetzen auf der Piste durchstieß das Fahrwerk den Rumpf. Der brach auseinander und es kam zu einem Brand.  Die Bilanz: 41 Fluggäste starben beim Unglück von Flug SU1492. Fluglotsen und die Rettungsdienste hätten den Vorfall nicht verhindern können, so die Ermittler weiter.

Flugkapitän D. E. äußerte sich schon früh kritisch zum Untersuchungsbericht. Das Fliegen im manuellen Modus, das nach dem Blitzeinschlag nötig wurde, sei zwar Teil seines Simulatortrainings gewesen. Allerdings habe sich die Flugsteuerung beim Unglück ganz anders verhalten als beim Training - genau umgekehrt. Beim Zurückziehen des Steuerknüppels habe sich die Nase des Fliegers nicht gehoben, sondern gesenkt.

Dreijähriges Berufsverbot und Entschädigungspflicht

Doch ein Gericht im Moskauer Bezirk Khimki glaubte E. nicht. Es verurteilte ihn zu sechs Jahre Strafkolonie, wie russische Medien berichten. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die den Kapitän als Verantwortlichen für den schlimmen Unfall sieht.

E. hatte auf nicht schuldig plädiert. Seine Verteidigung bestand darauf, dass eine Fehlfunktion des Flugzeugs und das fehlerhafte Handeln eines Flugbegleiters schuld am Unglück waren. Doch das Gericht verurteilte E. wegen des Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften im Luftverkehr. Neben der Haft bekam er auch ein dreijähriges Berufsverbot aufgebrummt und er muss Opfern wegen immateriellen Schaden eine Entschädigung von insgesamt 1,5 Millionen Rubel oder 16.000 Euro zahlen.

Harte Lebensbedingungen

Die rund 700 russischen Strafkolonien liegen in abgelegenen Gebieten im Norden und Osten des Landes. Sie sind berüchtigt für ihre harten Lebensbedingungen. Die Gefangenen leben nicht in Einzelzellen, sondern sind in Baracken untergebracht. Sie müssen Zwangsarbeit leisten.

Mehr zum Thema

Superjet in Flammen: 41 Menschen starben.

Spielte die Steuerung des Superjets verrückt?

Spuren von Blitzeinschlägen: Auf der linken Seite zeigen die Ermittler einen betroffenen Temperatur-Sensor. Rechts ist ein beschädigter Vereisungssensor zusehen.

Auf das Fahrwerk des Superjets wirkten gigantische Kräfte

Pilot des Superjets meldete Probleme mit Flugsteuerung

Pilot des Superjets meldete Probleme mit Flugsteuerung

Flugzeuge in der Wartungshalle von Ural Airlines: Die Airline will die Lebenszyklen ihrer Flotte deutlich verlängern.

Ural Airlines will ihre A320 über 20.000 Stunden länger fliegen lassen als von Airbus vorgesehen

Video

Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies