Mann auf Notrutsche: Im realen Fall läuft einiges anders als im Test.

ZulassungEvakuierung in 90 Sekunden - warum eigentlich?

Um zugelassen zu werden, müssen neue Flugzeugmodelle innerhalb von 90 Sekunden evakuiert werden können. Woher kommt diese Zahl?

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Evakuierung des Airbus A350 von Japan Airlines in Tokio-Haneda war knifflig. Es war Rauch in der Kabine, draußen brannte es, der Jet lag mit der Nase vornüber und die Anlage für die Bordansagen funktionierte nicht mehr. Und so dauerte es mehrere Minuten, bis alle das Flugzeug verlassen hatten. Doch die Besatzung schaffte es meisterlich, alle 367 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder in Sicherheit zu bringen.

Damit ein neues Flugzeugmodell überhaupt zugelassen wird, muss der Hersteller aber beweisen, dass es viel schneller gehen kann. Er muss zeigen, dass es in 90 Sekunden geht. Und das, wenn nur die Hälfte der Notausstiege verfügbar sind. Diese erschwerte Bedingung machte man, weil es möglich ist, dass nach einem Unfall die Türen nicht mehr funktionieren oder weil Feuer oder Trümmer draußen sie nicht mehr benutzbar machen.

Tests mit Douglas DC-7 und Lockheed Starliner

Die 90 Sekunden sind keine Zufallszahl. Sie wurden in den Sechzigerjahren von der amerikanischen Luftfahrtbehörde festgelegt. Zuvor unternahm sie ausführliche Tests. 1964 simulierte sie einen Crash mit einer Douglas DC-7, um zu sehen, wann und wo es zu Todesfällen kam. Diesem Test folgte ein zweiter mit einer Lockheed L-1649 Starliner. Das Resultat war klar: Je schneller die Reisenden aus dem Flieger sind, desto höher die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Der Crash-Test mit der Douglas DC-7. Video:FAA

Bei den Tests zeigte sich, dass man in der Kabine rund zwei Minuten überleben konnte. Dann kam es zu einem sogenannten Feuersprung (Englisch Flashover), bei dem ein Brand schlagartig in einen Vollbrand übergeht. Die Federal Aviation Administration FAA führte deshalb 1965 eine Zeit von 120 Sekunden ein, in der das Flugzeug geräumt sein muss. Zugleich wurde damals auch obligatorisch gemacht, die Passagiere mit den Sicherheitsvorkehrungen vertraut zu machen und Seile als Aussteighilfen bei Notausgängen anzubringen.

Todesfälle sind massiv zurückgegangen

Schon zwei Jahre später verschärfte die FAA ihre Regeln. Die amerikanische Luftfahrtbehörde senkte die Evakuierungs-Zeit von 120 auf 90 Sekunden. Zudem verlangte sie neu eine verbesserte Innenbeleuchtung, in maximal zehn Sekunden oder weniger aufblasbare Notrutschen, eine verbesserte Verteilung der Ausgänge, selbstlöschende Materialien und einen besseren Schutz von Treibstoff- und Stromleitungen.

Evakuierungs-Test bei einem Airbus A380. Video: Airbus

Die Branche machte seither viele weitere Fortschritte - auf technischer und betrieblicher Seite. Und so ist die Zahl der Todesfälle laufend zurückgegangen. Das Risiko zu fliegen sank seit Anfang der Siebzigerjahre dramatisch - um über 95 Prozent. Gemäß der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung Iata muss eine Person im Durchschnitt 25.214 Jahre lang jeden Tag einen Flug nehmen, um dabei umzukommen.

Es kann auch länger dauern im realen Fall

Die 90-Sekunden-Regel für die Zulassung von neuen Flugzeugmodellen bedeutet nicht, dass es auch im realen Fall so sein muss, wie sich im Fall des A350 von Japan Airlines gezeigt hat. Kommt die Evakuierung völlig unerwartet und sind die Umstände außergewöhnlich, wird die Zeit in der Regel überschritten. Doch der Faktor Zeit bleibt auch dabei wichtig.

Mehr zum Thema

Rauch in der Kabine: Die Orientierung ist im Notfall absolut entscheidend.

Wenn es doch einmal passieren sollte

Warum die Evakuierung des Airbus A350 von Japan Airlines so knifflig war

Warum die Evakuierung des Airbus A350 von Japan Airlines so knifflig war

Piloten des Airbus A350 von Japan Airlines sahen Dash 8 auf der Piste nicht

Piloten des Airbus A350 von Japan Airlines sahen Dash 8 auf der Piste nicht

Flugzeuge von American Airlines in Phoenix: Die Fluglinie soll eine Strafte zahlen, weil sie gegen Drogen- und Alkoholbestimmungen verstoßen haben soll.

Haben American Airlines und Southwest gegen Drogen- und Alkoholbestimmungen verstoßen?

Video

Es wird gearbeitet am FLughafen Basel/Mulhouse.
Am Euro Airport steht das Herz des Flugbetriebs still: Für 36 Tage wird die Hauptpiste komplett erneuert. Wo sonst Jets im Minutentakt starten und landen, dominieren nun Baumaschinen. Ein Besuch am Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg im Ausnahmezustand.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
Zwei Mitarbeitende von Alaska Airlines: Teil des Sicherheitsvideos.
Die fünftgrößte Fluggesellschaft der USA führt erstmals in ihrer Geschichte ein eigenes Sicherheitsvideo ein. Der Schritt von Alaska Airlines erfolgt aus einem ganz bestimmten Grund.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
southwest airlines  independence one
Die Vereinigten Staaten feiern das Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung und damit ihren 250. Geburtstag. Southwest Airlines nimmt das als Anlass für eine Sonderlackierung.
Timo Nowack
Timo Nowack