Boeing 737 Max von Ryanair: Feilschen um den Nachschub.

Verhandlungen über 737 Max 10Ryanair macht Boeing Druck und winkt mit größerer Order

Der Billigflieger verhandelt mit Boeing über die 737 Max 10. Ryanair sieht sich in einer guten Position und betont, es nicht eilig zu haben. Am Ende dreht sich alles um den Preis.

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Zu großen Flugzeugbestellungen gehören harte Preisverhandlungen, hohe Rabatte und oft auch Paketlösungen. Ryanair hat dabei ein Problem: Sie ist reine Boeing-737-Betreiberin.

Paketlösungen sind somit schwer möglich. Andere Fluggesellschaften können von Boeing beispielsweise einen guten Preis für 737 Max fordern und als Druckmittel eine potenzielle 787-Order nutzen. Der irische Billigflieger hat diese Möglichkeit so nicht.

Wie Ryanair mit Boeing verhandelt

Zwar hat Ryanair, gerade im Zusammenhang mit Lauda, auch schon mit Bestellungen bei Airbus kokettiert. Doch nun wird selbst die Tochter auf Flugzeuge von Boeing umgestellt. Mit einem angedrohten Umstieg auf den europäischen Konkurrenten kann Ryanair daher mittlerweile kaum noch glaubhaft Druck auf Boeing machen.

Daher nutzt die Fluggesellschaft bei den Verhandlungen mit dem amerikanischen Hersteller zwei andere Wege, um ihre Flugzeuge so günstig wie möglich zu bekommen. Zum einen platziert sie große Orders gerne in schlechten Zeiten für die Flugzeugbauer.

O'Leary taktiert gern öffentlich

So stockte die Airline ihre 737-Max-8-Order im Dezember 2020 auf, mitten in der Corona-Krise und nur kurz nach der Freigabe des Modells durch die Behörden. Boeing war zu dieser Zeit sehr darauf angewiesen, neue Aufträge zu präsentieren nach vielen Stornierungen zuvor.

Zum anderen nutzt Ryanair die Öffentlichkeit viel mehr als andere Fluggesellschaften, um bei denen Verhandlungen mit Boeing zu taktieren. So auch aktuell. Im Mai hatte die irische Airline bereits Interesse an mindestens 100 Boeing 737 Max 10 bekundet und im Juli erklärt, die Bestellung dazu könnte noch im laufenden Jahr erfolgen.

Bestellung von 737 Max 10 doch erst 2022?

Jetzt äußert sich Ryanair-Chef Michael O'Leary laut der Nachrichtenagentur Reuters anders. «Ich würde hoffen, dass eine Einigung im Jahr 2022 erzielt werden kann», sagte O'Leary vor Journalisten. Das Tempo der Verhandlungen hänge ganz von Boeing ab.

Zugleich brachte der Ryanair-Chef die Option ins Spiel, deutlich mehr Jets zu kaufen. Bis zu 250 Boeing 737 Max 10 - wenn denn der Preis stimme. O'Leary erklärte, man sehe sich in den Verhandlungen in einer guten Position, da Boeing bisher «bemerkenswert wenige Aufträge für das Flugzeug verbucht hat und sie ein paar große Max-10-Aufträge brauchen».

Schwacher Punkt bei Boeing gefunden

Damit zielt der Ryanair-Chef wieder auf einen schwachen Punkt bei Boeing, dieses Mal nicht so sehr vom Zeitpunkt her, sondern auf eine bestimmte 737-Max-Variante bezogen.

Und vielleicht gelingt es dem Billigflieger ja hier doch, ein Paket zu schnüren: Er bestellt mehr Boeing 737 Max 10, wenn auch der Preis für die bisher bestellte Billigfliegervariante der 737 Max 8, die 737-8-200, sinkt. Ganz ausgeschlossen erscheint das zumindest nicht.

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