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Absturz der Tu-154

Pilot verlor nach sieben Sekunden die Kontrolle

Im Dezember stürzte eine Tupolev Tu-154 ins Schwarze Meer. Nun liegt der Bericht zum Unglück vor. Er gibt die Hauptschuld dem Piloten, aber auch seinen Vorgesetzten.

Verteidigungsministerium der Russischen Föderation

Russische Armeeführung: Pilot ist schuld am Unglück.

Das Urteil der Experten des russischen Verteidigungsministeriums ist klar. Der Flugkapitän der Tupolev Tu-154 habe die räumliche Orientierung verloren, schreiben sie im kürzlich publizierten, offiziellen Untersuchungsbericht zum Absturz vom 25. Dezember 2016. Er trage deshalb die Hauptschuld am Unglück, bei dem alle 92 Insassen verstarben. Äußere Einflüsse seien keine festgestellt worden.

Das Unheil nahm schon sehr früh seinen Lauf. Wie die Zeitung Kommersant mit Bezug auf Ermittlerkreise schreibt, habe der Flugkapitän schon am Boden verwirrt gewirkt. So habe er zuerst die Startbahn nicht gefunden. Auch im Flug ging es so weiter. Er habe «Kollegen mit Fragen und Anmerkungen irritiert», schreibt das Nachrichtenportal RT mit Bezug auf den Untersuchungsbericht.

Somatographische Illusion

Rund sieben Sekunden nach dem Start in der Dunkelheit des frühen Morgens habe er dann die Kontrolle über die Tu-154 endgültig verloren. Der Kapitän des Armee-Fliegers habe unter einer so genannten somatographischen Illusion gelitten, heißt es im Bericht. In so einer Situation kann der Pilot den Horizont nicht ausmachen und versucht sich selbst zu orientieren.

Bei der Steuerung der Tu-154 verließ sich der Flugkapitän denn auch ganz auf das eigene Empfinden. Offenbar war er der Ansicht, dass seine Maschine zu steil steigt. Er habe den Steigflug deshalb verlangsamt. 53 Sekunden nach dem Start gab er das Kommando, die Landeklappen einzufahren.

Mit 540 Kilometern pro Stunde

Das war fatal. Die Maschine verlor den Auftrieb und zerschellte im Schwarzen Meer. Sie schlug mit einem Winkel von 50 Grad und einer Geschwindigkeit von 540 Kilometern pro Stunde zuerst mit dem linken Flügel auf.



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