Euro-Scheine, Saddam Hussein: Warum das Geld aus Frankfurt kam, ist unklar.

Mysteriöser Milliardenschatz

Am Flughafen Scheremetjewo lagert seit Jahren Luftfracht im Wert von 20 Milliarden Euro. Niemand holt sie ab. Gehört das Geld einem Diktator?

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

200 Holzpaletten sind es, die bewaffnete Soldaten am Flughafen Scheremetjewo in Moskau rund um die Uhr bewachen. Die Fracht, auf die sie aufpassen, liegt schon seit fast sechs Jahren dort. Niemand hat sie je abgeholt. Versuche gab es freilich zahlreiche. Denn auf den Holzpaletten befinden sich Päckchen voller 100-Euro-Scheine. Gesamtwert: Mehr als 20 Milliarden. Das Geld kam am 7. August 2007 mit einem Flugzeug aus Frankfurt am Main in Moskau an, berichtet eine Geheimdienst-Quelle der Zeitung Moskowski Komsomolez.

Der Absender: Ein 54-Jähriger Iraner namens Farsin Koroorian Motlag. Das belegen Passangaben, die gemeinsam mit den Frachtangaben den russischen Medien zugespielt wurden. Auf dem Sendeschein war allerdings kein offizieller Empfänger angegeben – laut Zoll-Experten ein Zeichen dafür, dass mit dem Geld etwas nicht stimmte. Motlag selbst ist laut verschiedenen Internetquellen mit Investitionen in Übersee beschäftigt. Mehr kann man über ihn nicht herausfinden.

Keine Beschlagnahmung

Einen Grund, das Geld angesichts des fehlenden Empfängers seitens der Regierung zu beschlagnahmen, gibt es laut der Behörden nicht. Obwohl es für Russland ziemlich hilfreich sein könnte. 20 Milliarden Euro machen rund 7 Prozent des russischen Staatshaushalts aus. Doch um noch an das Geld zu kommen, ist es für die Regierung mittlerweile zu spät.

Wie ein Journalist der Moskowski Komsomolez herausfand, wurde im März auf unbekanntem Wege die komplette Summe an die wohltätige Vereinigung «Welt der guten Menschen» geschickt. Der Moskauer Alexander Schipilow, der als offizieller Empfänger eingetragen ist, äußert sich jedoch nicht zur Spende. Warum das Geld immer noch nicht abgeholt wurde, bleibt unklar.

Kriminelle kamen nicht ans Geld

In den vergangenen Jahren hatten mehrere Banden von Kriminellen versucht, an das Geld zu kommen. Und dass es selbst nicht ganz sauber ist, wird immer klarer. Der Weg über eine Stiftung sei bei der Geldwäsche ganz normal, so eine Geheimdienstquelle. Bei den Moskauer Agenten geht man davon aus, dass es sich bei den Milliarden um einen Diktatorenschatz handelt.

Der ehemalige irakische Gewaltregent Saddam Hussein wird als einer der möglichen Besitzer erwähnt – auch wenn er schon ein Jahr vor der Geldlieferung hingerichtet wurde. Möglich sei auch, dass das Geld vom lybischen Diktator Muammar Gaddafi komme, heißt es.

Mehr zum Thema

Boeing 777 von Nordwind Airlines: Eher leer nach Nordkorea.

Flüge von Moskau nach Pjöngjang bleiben praktisch leer

Kabinenmitarbeiterin von S7 Airlines. Am 31. Mai findet ein ungewöhnliches Turnier statt.

Russland sucht die besten Flugbegleitenden

Die UR-PSF im März 2024, in der Zeit bei Windrose Airlines - das Ukraine-International-Logo war damals schon entfernt, der Fly-One-Schriftzug noch nicht aufgebracht: Heute trägt die Boeing 737-800 das Design von Georgian Airways und die Kennung 4L-GTO.

Ex-Ukraine-International-Jet regelmäßig in Moskau zu Gast

Flughafen Moskau-Vnukovo (Archivbild): Strengere Sanktionen.

Ausländische Airlines im russischen Inlandsverkehr erhalten EU-Verbot

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg