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Absturz im Sinai

USA: «Abschuss unwahrscheinlich, aber möglich»

Der Spionagechef der Vereinigten Staaten glaubt nicht an einen Abschuss von Flug 7K9268 durch eine Rakete. Ausschließen will er einen Terroranschlag durch IS-Kämpfer aber auch nicht.

Kämpfer der IS-Gruppe Ansar Bait al-Maqdis auf dem Sinai: Wie stark sind sie?

Die russische Aufsichtsbehörde Rosawiatsia reagierte umgehend. Die Aussagen von Metrojet/Kogalymavia seien verfrüht. Die Fluggesellschaft hatte am Montag behauptet, hinter dem Absturz eines ihrer Airbus A321 im Sinai könnten weder ein technisches Problem noch menschliches Versagen stecken. Es sei vielmehr eine «externe mechanische Kraft» schuld. Erst müssten grundlegende Untersuchungen gemacht werden, bevor man überhaupt etwas zur Ursache sagen könne, so Rosawiatsia.

Auch die USA glauben nicht unbedingt an die Theorie von Metrojet/Kogalymavia. Im Sinai sei zwar eine sehr aggressive Zelle der Terrororganisation IS aktiv. Doch es gebe keine «direkten Hinweise» darauf, dass sie Flug 7K9268 zum Absturz gebracht habe, erklärte am Montag (2. November) James R. Clapper, Chef der National Intelligence Agency. Auch glaubt der Spionagechef der USA nicht an einen Abschuss. «Es ist unwahrscheinlich, aber ich würde es auch nicht ausschließen».

Eher Bombe als Raketenbeschuss

Auch der britische Militäranalyst Paul Beaver hält nicht viel von der Abschusstheorie. Er sei sich ziemlich sicher, dass die IS-Terroristen keine Boden-Luftabwehr-Raketen besäßen, die bis auf 31.000 Fuß hoch gelangen können, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Der Sinai werde von Geheimdiensten vieler Staaten sehr gut überwacht. Solch große Waffen wären da entdeckt worden, begründet Beaver. Für ihn ist eine Bombe an Bord daher viel wahrscheinlicher.



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