Letzte Aktualisierung: um 16:42 Uhr
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Das Ende von billig in Russland

Der letzte Billigflieger Russlands gibt auf. Schuld am Aus sind Konjunktur, Kerosinpreis und miese Flughäfen.

Sky Express

Maschine von Sky Express: Die Airline ist am Ende.

Es geschah es in Krasnodar. Die Piloten einer Boeing B737-500 von Kuban Airlines auf dem Weg nach Prag merkten, dass an der Maschine etwas nicht stimmte. Sie entschlossen sich deshalb, an den Ausgangsflughafen zurückzukehren. Wie sich herausstellte, war eine Luke nicht richtig geschlossen. Zuerst allerdings musste die Maschine während rund eineinhalb Stunden Treibstoff ablassen. Die Landung verlief danach problemlos, keiner der 77 Passagiere an Bord von Flug GW3763 wurde verletzt. Nach einer rund dreistündigen Reparatur konnte der Flug fortgesetzt werden, wie russische Medien berichten.

Es ist ein harmloses Ereignis. Eines von der Art allerdings, die dem Image einer Fluggesellschaft nie zuträglich ist. Und für Kuban Airlines kommen die Schlagzeilen im falschen Moment. Die Fluggesellschaft mit Heimatflughafen Krasnodar im Süden Russlands macht sich gerade daran, den letzten russischen Billigflieger zu integrieren. Am 1. November entzogen die Luftaufsichtsbehörden die Lizenz von Sky Express. Nun soll er ganz in Kuban aufgehen. Sky Express wurde 2006 gegründet – unter anderem auch mit Geld der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Doch die Finanzkrise von 2008 ließ die Einnahmen sinken und die Schulden steigen. Das war der Anfang vom Ende der Airline, wie ihr ehemaliger Eigentümer Boris Abramow dem Nachrichtenportal Business Insider erklärte. «Es ist sehr schwierig zu überleben für eine kleine Lowcost-Anbieterin mit einer kleinen Kapitalbasis.»

Ineffiziente Flughäfen

Im Oktober gab Avianova auf, ein anderer Billigflieger. Die hohen Kerosinpreise brachen ihm das Genick. Daneben machen die Promotoren hinter den Billigfliegern aber auch die chronisch ineffizienten Flughäfen für das Aus verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die Umschlagzeiten viel zu lange sind. Die Jets sind daher auch zu lange am Boden – das schlägt direkt auf die Profite durch.



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