Maschine von Sky Express: Die Airline ist am Ende.

Das Ende von billig in Russland

Der letzte Billigflieger Russlands gibt auf. Schuld am Aus sind Konjunktur, Kerosinpreis und miese Flughäfen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Es geschah es in Krasnodar. Die Piloten einer Boeing B737-500 von Kuban Airlines auf dem Weg nach Prag merkten, dass an der Maschine etwas nicht stimmte. Sie entschlossen sich deshalb, an den Ausgangsflughafen zurückzukehren. Wie sich herausstellte, war eine Luke nicht richtig geschlossen. Zuerst allerdings musste die Maschine während rund eineinhalb Stunden Treibstoff ablassen. Die Landung verlief danach problemlos, keiner der 77 Passagiere an Bord von Flug GW3763 wurde verletzt. Nach einer rund dreistündigen Reparatur konnte der Flug fortgesetzt werden, wie russische Medien berichten.

Es ist ein harmloses Ereignis. Eines von der Art allerdings, die dem Image einer Fluggesellschaft nie zuträglich ist. Und für Kuban Airlines kommen die Schlagzeilen im falschen Moment. Die Fluggesellschaft mit Heimatflughafen Krasnodar im Süden Russlands macht sich gerade daran, den letzten russischen Billigflieger zu integrieren. Am 1. November entzogen die Luftaufsichtsbehörden die Lizenz von Sky Express. Nun soll er ganz in Kuban aufgehen. Sky Express wurde 2006 gegründet - unter anderem auch mit Geld der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Doch die Finanzkrise von 2008 ließ die Einnahmen sinken und die Schulden steigen. Das war der Anfang vom Ende der Airline, wie ihr ehemaliger Eigentümer Boris Abramow dem Nachrichtenportal Business Insider erklärte. «Es ist sehr schwierig zu überleben für eine kleine Lowcost-Anbieterin mit einer kleinen Kapitalbasis.»

Ineffiziente Flughäfen

Im Oktober gab Avianova auf, ein anderer Billigflieger. Die hohen Kerosinpreise brachen ihm das Genick. Daneben machen die Promotoren hinter den Billigfliegern aber auch die chronisch ineffizienten Flughäfen für das Aus verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die Umschlagzeiten viel zu lange sind. Die Jets sind daher auch zu lange am Boden - das schlägt direkt auf die Profite durch.

Mehr zum Thema

Antonov An-2 einer Feuerwehreinheit zur Waldbrandbekämpfung: Angetrieben von einem Neunzylinder-Sternmotor.

Wie Russland darum ringt, die Antonov An-2 noch lange in der Luft zu halten

Zwei Flugzeuge von Aeroflot: Russische Fluglinien lassen sanktionsbedingt viele Flugzeuzeuge am Boden.

Ein Fünftel der Flotte russischer Airlines bleibt im Sommer wegen Sanktionen am Boden

ticker-russland

Russland plant riesiges Sperrgebiet für Privatflüge

Langstreckenjet von Aeroflot: Weniger Ziel rund um den Globus.

In diese Länder können Russinnen und Russen noch fliegen

Video

cessna usa 250
Manchmal zeichnet ein Flugzeug mit seinem Flugverlauf ein Herz oder einen einfachen Schriftzug an den Himmel. Zum 250. Am Unabhängigkeitstag der USA hat eine Cessna R182 nun auch so etwas getan - aber auf einem anderen Level.
Timo Nowack
Timo Nowack
Flugzeuge am Wilson Airport: 41 Flugzeuge um den Flughafen sind zu hoch und sollen abgerissen werden.
Flughafen Nairobi-Wilson
Rund um Kenias wichtigsten Inlandsflughafen sind in den vergangenen Jahren Dutzende Gebäude entstanden, die den Luftraum verletzen. Der Senat fordert nun den Abriss, die Regierung will lieber die Flugrouten zum Flughafen Nairobi-Wilson ändern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin