Neuer Turboprop-FliegerWarum Embraer die Motoren nach hinten verlegte

Der Flugzeugbauer hat etwas Wichtiges am kommenden Turbopropflugzeug verändert. Dass die Motoren beim neuen Embraer-Projekt nach hinten gerutscht sind, hat mehrere Gründe.

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Seit mehr als drei Jahren arbeitet man in São José dos Campos am Projekt. Das Ziel ist klar. Weil die Konkurrenzmodelle inzwischen technologisch nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, will Embraer 2022 ein neues Turbopropflugzeug präsentieren, das gegenüber gleich großen Jets 20 bis 40 Prozent und gegenüber der De Havilland Canada Dash 8 und der ATR 42 und 72 15 Prozent weniger Treibstoff verbraucht.

Inoffiziell wird der Flieger E3, intern auch Brasilhão genannt, sein Projektname lautet TPNG, was für Turboprop Next Generation steht. Seit seinem Start hat es sich immer wieder gewandelt. Im August zeigte Embraer beispielsweise plötzlich eine neue Skizze, bei der die Motoren des Flugzeuges für 70 bis 90 Passagiere nicht mehr unter den Flügeln angebracht sind, sondern hinten am Rumpf. Das erlaube ein «Jet-Feeling», erklärte der Flugzeugbauer, weil es im Innern leiser werde. Ein zentrales Ziel von Embraer ist es, eine geräumige Kabine zu bieten, die auf der der E2-Jets basiert.

Propeller hinten spart Platz vorne

Doch es gibt noch weitere Gründe als den Geräuschpeegel, weshalb die Motoren nach hinten gerutscht sind. So erlaube es diese Anordnung, dass das Turbopropflugzeug Gates mit Fluggastbrücken nutzen könne, wie Embraer-Manager Rodrigo Silva e Souza dem Nachrichtenportal UOL erklärte. Propeller an den Flügeln nähmen wertvollen Platz weg, den es dafür braucht.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für die Änderung. Embraer will das neue Flugzeug bereit für einen Wasserstoffantrieb machen. Während Kerosin in den Flügeln und beim Flügelkasten im Rumpf Platz findet, braucht Wasserstoff viel mehr Platz. Denn er verfügt aber über ein viel größeres Volumen. Zudem muss er auf minus 253 Grad gekühlt werden, damit nicht mehr gasförmig, sondern flüssig ist. Daher passt der Tank am besten ins Heck. So sieht es auch Airbus bei seinen Wasserstoff-Konzepten vor.

Markteinführung frühestens 2027

Embraer glaubt, dass Wasserstoff ab 15 bis 20 Jahren nach der Markteinführung des neuen Turbopropflugzeuges mit einer geplanten Reichweite von rund 1500 Kilometer aktuell werden wird. Die erste Auslieferung der TPNG sehen die Brasilianer  2027 oder 2028 vor.

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