Projekt reift heranWas über Embraers neuen Turbopropflieger bekannt ist

Schritt für Schritt verrät der Flugzeugbauer mehr Details zu seinem neuesten Projekt. Doch was weiß man eigentlich alles schon über Embraers Turbopropflugzeug?

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Frage ist nicht mehr, ob das Projekt umgesetzt wird. Die Frage ist nur noch mit wem. Seit zwei Jahren erklärt Embraer immer und immer wieder, ein neues Turbopropflugzeug auf den Markt bringen zu wollen. Und seither werden die Pläne immer konkreter.

Die Ideen der Brasilianer haben sich in dieser Zeit auch verändert, so zeigte Embraer vergangene Woche plötzlich eine neue Anordnung der Propeller hinten am Rumpf. Auf den vorherigen Entwürfen waren sie klassisch an den Tragflächen zu finden. Doch was ist bisher wirklich bekannt über das Projekt und wo steht es?

Bezeichnung: Noch gibt es keinen offiziellen Namen für den neuen Turbopropflieger von Embraer. Inoffiziell wird er E3 genannt oder intern auch Brasilhão. Das ist eine Vergrößerungsform für die EMB 120 Brasilia. Das war der Turbopropflieger, mit dem der Aufstieg von Embraer zum globalen Anbieter begann.

Programmstart: Embraer wollte das neue Flugzeug ursprünglich mithilfe des Partners Boeing bauen, doch nachdem die Übernahme der Zivilflugzeugsparte durch die Amerikaner platzte, fiel diese Möglichkeit weg. Der Konzern aus São José dos Campos sucht deshalb einen neuen, kleineren Partner. Man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen, heißt es. 2022 soll der Start des Programms offiziell bekannt gegeben werden.

Versionen: Die Brasilianer planen, zuerst zwei Versionen zu bauen, eine kleinere mit einer Standardsitzzahl von 70 und eine größere mit einer Standardsitzzahl von 90.

Kapazität: Die größere Version des Turbopropflugzeuges soll bis zu 100 Passagiere fassen können. Die größte Passagier-Turbopropmaschine war bisher eine Variante der Dash 8-400. Sie würde 90 Reisenden Platz bieten. Doch Hersteller De Havilland Canada hat die Produktion des Flugzeuges allgemein gestoppt. Die ATR 72 bietet maximal 78 Reisenden Platz.

Antrieb: Pratt and Whitney Canada liefert bisher die Motoren sowohl für die ATR als auch für die Dash 8. Die Kanadier stehen daher in der Poleposition. Allerdings entwickelt auch GE Aviation gerade ein Konkurrenzprodukt. Und Chef des Motorenbauers ist John Slattery - früherer Chef von Embraer. Die Triebwerke werden beim neuen Turbopropflieger hinten unterhalb des Leitwerks angebracht sein, wie der Flugzeugbauer vergangene Woche presigab. Dadurch werde es in der Kabine leiser, so Embraer. Das Unternehmen spricht von einem «Jet-Feeling».

Flügel: Anders als bei der Dash 8 und ATR, die beide Schulterdecker sind, werden die Tragflächen beim Embraer-Turbopropflugzeuge an der Unterseite des Rumpfes angebracht sein. Weitere Angaben kennt man noch nicht.

Kabine: Der Rumpf orientiert sich an denen der E- und E2-Jets. Man wolle von den Vorteilen der Kabinen der beiden Jets profitieren, so Embraer. Das senkt die Entwicklungskosten. Zudem schafft es mehr Komfort. Die E2-Jets haben eine Kabine, die 2,74 Meter breit ist, die der ATR und der aktuell nicht mehr produzierten Dash 8 von De Havilland Canada sind je rund 2,50 Meter breit. Das Plus ermöglicht Embraer breitere Sitze und einen bereiteren Gang.

Leistungsdaten: Hier ist noch wenig nach außen gedrungen. Anvisiert wird von Embraer eine Ersparnis beim Treibstoffverbrauch von 15 bis 20 Prozent pro Sitz gegenüber aktuellen Turbopropflugzeugen. Zudem soll auch die Wartung deutlich günstiger sein. Weiterhin soll das neue Flugzeug schneller fliegen als die Maschinen der Konkurrenz. Die ATR 72 bringt es auf 590 Kilometer pro Stunde, die Dash 8 auf 670 Kilometer pro Stunde.

Mehr zum Thema

Embraer will neuen Turbopropflieger 2022 präsentieren

Embraer will neuen Turbopropflieger 2022 präsentieren

Dave Jackson: «Beim Flugzeugbau ist die Arbeitskraft nicht der größte Kostenfaktor».

«Wir glauben, dass unser Flugzeug besser ist als die ATR 42»

Neuer Turbopropflieger basiert auf E2-Jets

Neuer Turbopropflieger basiert auf E2-Jets

ticker-liebherr

Hauptfahrwerke von Embraer E-Jets: Liebherr erweitert die Zusammenarbeit mit Röder

Video

Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies