Superjet-Produktion: Sukhoi will nun auf die Bremse treten.

Russischer RegionalfliegerSo schlecht läuft Sukhois Geschäft mit dem Superjet

In der ersten Jahreshälfte hat Sukhoi kaum noch Geld verdient mit dem Superjet. Die Hoffnungen liegen nun auf Aeroflot und einer Airline aus Thailand.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Auch von außen betrachtet war das erste Halbjahr 2019 kein gutes für Sukhois Superjet. Im Januar trennte sich Brussels Airlines von dem russischen Regionalflieger. Im April scheiterte ein Deal mit Adria Airways über ein Superjet-Leasing und den Aufbau eines gemeinsamen Wartungszentrums. Im Mai erklärte die Fluggesellschaft Rusline, man wolle nicht mehr wie geplant mit dem Superjet ausbauen, und auch Yamal Airlines teilte mit, keine weiteren der Flieger mehr zu wollen. Am schlimmsten jedoch: Im Mai verunglückte in Moskau ein Superjet vom größten Betreiber Aeroflot, wobei 41 Menschen starben.

Viele Superjets müssen bei ihren Betreibern auch am Boden bleiben, weil Service und Ersatzteilversorgung ein Problem sind. So überrascht es wenig, dass der Flieger auch keine gute Figur macht, wenn man sich die Ende Juli veröffentlichten Halbjahreszahlen von Sukhoi anschaut. Wie das Fachportal Russian Aviation Insider und die Nachrichtenagentur Interfax berichten, brachten Superjet-Verkäufe dem Unternehmen in den ersten sechs Monaten nur 2,05 Milliarden Rubel (knapp 29 Millionen Euro) ein im Vergleich zu 14,7 Milliarden Rubel (gut 207 Millionen Euro) im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Blick auf Kom Airlines und Aeroflot

Sukhoi lieferte gemäß Russian Aviation Insider im ersten Halbjahr nur drei Exemplare des Superjets aus. Zwei davon gingen über die staatliche Leasinggesellschaft GTLK an Severstal Airlines. Den anderen Superjet übernahm Azimuth Airlines, die in der zweiten Jahreshälfte einen weiteren erwartet. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Sukhoi acht der Flugzeuge ausgeliefert. Das Unternehmen erklärte gegenüber dem Luftfahrtportal, man erwarte, dass die Einnahmen in der zweiten Jahreshälfte anziehen werden, da dann die meisten Auslieferungen geplant seien. An wen die Flieger gehen sollen, erklärte Sukhoi nicht.

Allerdings dürfte die thailändische Kom Airlines die ersten ihrer sechs bestellten Superjets erhalten. Diese hatte sie im Februar fest bestellt, was eine der wenigen guten Nachrichten für Sukhoi in dem Halbjahr war. Die russische Alrosa Airlines hatte auch geplant, mit zwei geleasten Superjets alte Tupolev Tu-134 und Tu-154 zu ersetzen. Das hätte aber eigentlich schon in der ersten Jahreshälfte geschehen sollen und ein fester Vertrag wurde nie unterzeichnet. Die wichtigste Bestellung kommt jedoch von Aeroflot. Zu den aktuell 49 Superjets will die Staatsairline 100 weitere hinzufügen. Laut einer vorläufigen Kaufvereinbarung aus dem Herbst 2018 sollen die Jets von 2019 bis 2026 geliefert werden.

Mindesten 32 Exemplare notwendig

Der ehemalige Sukhoi-Chef Alexander Rubtsov hatte eins erklärt, dass man 32 bis 34 Superjets pro Jahr ausliefern müsse, um profitabel zu sein. 2017 waren es 30 Exemplare, 2018 noch 26 der Flieger. Wie viele werden es Ende 2019 sein?

Mehr zum Thema

Superjet of Yamal Airlines: Grounded too frequently.

Fast jeder zweite Superjet am Boden

Spuren von Blitzeinschlägen: Auf der linken Seite zeigen die Ermittler einen betroffenen Temperatur-Sensor. Rechts ist ein beschädigter Vereisungssensor zusehen.

Auf das Fahrwerk des Superjets wirkten gigantische Kräfte

Zweiter Prototyp der Yakovlev MS 21-310:  Russland will neue Gebühr zur Finanzierung.

Passagiere sollen teure Flugzeuge aus russischer Produktion bezahlen

Embraer E190 von Wideroe: Mit diesem Flugzeugtyp wurden die Russinnen und Russen Richtung Heim geflogen.

Widerøe fliegt Russen im Spitzbergen-Eklat zurück nach Hause

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier