Sprung aus der Boeing 737-800 von Air Congo: Riskant.

Air Congo in KinduPassagiere müssen aus Boeing 737 springen, weil keine Treppe vorhanden ist

Die Boeing 737 kam an, doch niemand dachte an die Treppe. Am Flughafen Kindu in der Demokratischen Republik Kongo mussten Reisende von Air Congo ihre Boeing 737 auf denkbar riskante Weise verlassen – per Sprung aus der Kabinentür aufs Vorfeld.

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Auch in Europa kommt es immer wieder vor, dass ein Flugzeug landet und zum Standplatz auf dem Vorfeld fährt, dort aber bei der Ankunft keine Treppe bereitsteht. Und so müssen die Gäste mitunter noch einige Minuten an Bord ausharren, auch wenn ihr Flug eigentlich pünktlich angekommen ist.

In der Demokratischen Republik Kongo ist das nun auch passiert. Aber mit weitaus dramatischeren Folgen als ein paar Minuten nerviger Wartezeit. Ein Flug von Air Congo kam am Flughafen von Kindu in der Provinz Maniema im Zentrum des Landes an. Doch dort standen keine Treppen bereit. Offenbar wurden sie auch nach einer stundenlangen Wartezeit nicht zur Boeing 737-800 gefahren. Und so mussten die Reisenden das Flugzeug auf so ungewöhnliche wie gefährliche Art verlassen. Sie mussten aus der Tür springen.

Sprung aus einer Boeing 737-800 ist gefährlich

Viele Details zum Vorfall - so die Flugnummer und das Datum - sind nicht bekannt. Doch ein Video zeigt, wie einige Reisende tatsächlich aus dem Flugzeug von Air Congo springen, andere lassen sich zuerst von der Türschwelle nach unten hängen, um sich dann von dieser geringeren Höhe auf das Vorfeld hinabzulassen. Angestellte des Flughafens stehen mit Taschenlampen immerhin helfend vor dem Jet herum. Es herrscht ein riesiges Stimmengewiir.

Der Sprung aus der vorderen Tür 1 einer Boeing 737-800 ist durchaus eine Mutprobe. Er entspricht fast dem Sprung von einem Dreimeter-Sprungturm im Freibad - nur nicht ins Wasser, sondern auf Asphalt. Denn die Türschwelle liegt gemäß dem Hersteller bei einem leeren Flugzeug bei 2,74 Meter, bei einem vollen bei 2,59 Meter. Das Risiko, sich dabei zu verletzen, ist nicht unbeträchtlich.

Reparatur einer Notrutsche ist sehr teuer

Warum die Treppen nicht bereitstanden, ist unklar. Auch weshalb sich die Crew nicht entschloss, einfach die Notrutsche auszulösen, ist nicht bekannt. Das dürfte jedoch daran liegen, dass deren Wiederherstellung nach der Verwendung teuer ist. «Prinzipiell ist der Aufwand natürlich abhängig vom Schaden», erklärte Lufthansa Technik einmal zum Thema ausgelöster Notrutschen. «Bis zu 25 Stunden Arbeitszeit könnten hier entstehen.»

Schlimmstenfalls, wenn die Rutsche beim Auslösen beschädigt werde, müsse der Hersteller sie reparieren. «Abhängig vom Modell und von der Größe des Schadens können die Kosten in diesem Fall dann auch schon einmal rund 200.000 Dollar erreichen.»

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