Nur drei Wochen später steht die russische Luftfahrt erneut in den Schlagzeilen. Dieses Mal häufen sich Triebwerkspannen. Die russische Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya untersucht neun Vorfälle sowie einen Unfall, die alle auf Probleme mit den Motoren zurückzuführen sind. Alle Ereignisse ereigneten sich innerhalb von nur sechs Tagen, zwischen dem 10. und 16. Dezember, schreibt der Kanal Aviatorshina.
Flammen schlagen aus Triebwerk einer Boeing 777
Am Morgen des 16. Dezember musste die Boeing 777 von Nordwind Airlines auf dem Weg von Moskau-Sheremetyevo nach Kuba den Start abbrechen: Bei 185 Kilometern pro Stunde kam es zu einem Versagen der Pumpen im rechten Triebwerk des Flugzeugs mit der Kennung RA-73340, begleitet von Flammen und einem lauten Schlaggeräusch. Die Besatzung stoppte sicher auf der Bahn. Da kein Feuer festgestellt wurde, kam es zu keiner Evakuierung.
Ebenfalls am 16. Dezember 2025 traten bei gleich zwei Yakovlelv Superjet 100 von Rossiya Airlines Probleme mit erhöhten Vibrationen in einem der Triebwerke auf. Betroffen war ein Flug von Yerevan nach Sochi. Nach der sicheren Landung wurde festgestellt, dass die Verkleidung einer Fanschaufel fehlte und dass Akustikpaneele sowie fünf Leitschaufeln beschädigt waren.
Ural Airlines muss nach Khujand zurückkehren
Der andere Superjet 100 hatte ebenfalls Probleme mit einem Triebwerk. Aufgrund der Fehlfunktion musste die Schubumkehr deaktiviert werden. Später stellte sich heraus, dass sich die Schubumkehrklappen nicht in die Vorwärtsposition zurückbewegen ließen. Das Flugzeug von wurde erstmal Rossiya wieder freigegeben.
Am Abend des 16. Dezember musste ein Airbus A320 mit der Kennung RA-73832 von Ural Airlines auf dem Flug von Khujand in Tadschikistan nach Yekaterinburg wegen eines lauten Geräuschs und starker Vibrationen in einem Triebwerk umkehren. Nach dem Steigflug hörten die Piloten ein Knallen, gefolgt von erhöhten Vibrationen des Triebwerks. Sie reduzierten daraufhin die Drehzahl und schalteten das Triebwerk letztlich ab.
Boeing 757 landet mit einem Triebwerk
Zwei Tage zuvor schaltete sich bei einer Boeing 757 von Azur Air mitten in der Landung das rechte Triebwerk ab. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen RA-73071 kam aus Thailand und setzte planmäßig in Barnaul im Süden Westsibiriens auf. Ebenfalls an diesem Tag mussten die Piloten eines Superjet 100 von Azimuth nach der Landung in Tiflis und dem Verlassen der Landebahn das zweite Triebwerk abschalten, nachdem während des Ausrollens eine Fehlfunktion der Schubumkehr aufgetreten war.
Am 11. Dezember fiel bei einem Superjet 100 (Kennzeichen RA-89001) von Iraero nach dem Start in Antalya Richtung Sochi das rechte Triebwerk aus. Die Besatzung startete es erfolgreich neu und landete sicher in Sotschi.
Boeing 737 mit Ölspuren
Der erste Vorfall dieser Art ereignete sich am 10. Dezember. Die Besatzung die Boeing 737 mit der Kennung RA-73231 meldete auf dem Flug von Barnaul nach Moskau, dass das linke Triebwerk nicht auf Drehzahländerungen reagierte. Nach Empfehlung der Flugsicherung setzten sie den Flug fort. Die Piloten von Pobeda schalteten das Triebwerk im Sinkflug ab und landeten sicher. Bei der Kontrolle wurden Ölspuren am Triebwerk festgestellt.
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