Mit Zolldrohungen und Handelskrieg hat US-Präsident Donald Trump schon im vergangenen Jahr Wirtschaft und Politik rund um den Globus in Aufruhr versetzt. Und seit Ende Februar erschüttert der Iran-Krieg nun eine Region, die eine Schlüsselrolle zwischen Europa und Asien einnimmt. Die Weltordnung ist in Bewegung geraten. «Überholt China die USA?», das ist auch angesichts der technischen Fortschritte in dem Einparteienstaat.
In Peking hat die allein regierende Kommunistische Partei einen neuen Fünfjahresplan für das Land vorgelegt - in dem es auch um die Luftfahrt geht. Im Mittelpunkt stehen zwei Flugzeuge. Zum einen strebt China an, die Entwicklung der Comac C929 zu beschleunigen. Das Projekt, das als Craic CR929 einst chinesisch-russisch war und nun nur noch chinesisch ist, soll dem Land zu einem eigenen Langstreckenmodell verhelfen.
Das sind Chinas Ziele für die Comac C919
Gegenüber der Zeitung South China Morning Post sagte der Luftfahrtexperte Brian Yang Bo, Comac habe noch viel Arbeit vor sich, insbesondere beim Bau von Prototypen für die Erstflüge in den nächsten fünf Jahren, erwarte aber starke staatliche Unterstützung.
Ein Blick auf und in die Comac C919
China Southern Airlines ist eine von drei Betreiberinnen der Comac C919.
Der Hersteller hat mehr als 100 Orders erhalten.
Der Flieger bietet maximal Platz für 192 Passagiere. Bei China Southern sind es nur 156 Gäste in zwei Klassen.
Hereinspaziert! Die vordere Tür der Comac C919.
Ganz vorne im Flieger hat die Fluggesellschaft acht Business Class-Sitze stehen. Sie bieten einen Sitzabstand von 38 Zoll oder 97 Zentimeter.
Danach folgen drei Reihen Economy Plus - also 18 Sitze.
Sie bieten mehr Sitzabstand (32 Zoll - 81 Zentimeter) und größere Neigung.
Das Interieur ist modern und zweckmäßig.
Der Sitzabstand beträgt hier 30 Zoll - 76 Zentimeter). Und die Neigung ist minimal.
Die Sicherheitshinweise in der Comac C919.
Die Gepäckfächer sind nicht ganz so groß wie in modernen westlichen Flugzeugen.
Ein Blick ins stille Örtchen ...
Das zweite Flugzeugmodell ist die Comac C919. Von dem Kurz- und Mittelstreckenjet hatte der Hersteller 2025 nur 15 Exemplare ausgeliefert - nachdem ursprünglich bis zu 75 vorgesehen waren. So gehört zu den wichtigen Zielen, die Produktion anzukurbeln.
China will endlich sein eigenes Triebwerk produzieren
Das wohl spannendste Projekt ist aber das chinesische Triebwerk CJ-1000A. Es ist beim Triebswerksbauer Aero Engine Corporation of China ACAE schon seit 15 Jahren in der Entwicklung und soll einst die C919 antreiben. Im Fünfjahresplan erhält es nun wohl auch Priorität, weil China vorsichtig wurde.
Erstflug des ACAE CJ-1000A an C919 in zwei bis drei Jahren
Das bisherige Triebwerke Leap-1C von CFM International wurde im vergangenen Jahr aufgrund der geopolitischen und handelspolitischen Krise zwischen den USA und China zeitweise nicht geliefert. Das war ein Grund für die niedrige C919-Produktionsrate.
Umso mehr will China auch in Sachen Triebwerke unabhängig werden von ausländischen Herstellern. Experte Yang sagte der South China Morning Post, das CJ-1000A solle genau für solche Fälle als zweite Option für die C919 vorhanden sein, um die Produktion des Flugzeuges zu stabilisieren und abzusichern. Eine Ablösung des Leap-1C sei vorerst gar nicht das Ziel.
Experte: Erstflug des CJ-1000A an C919 in zwei bis drei Jahre
Laut Yang hat der Hersteller die Konstruktion des CJ-1000 abgeschlossen und arbeitet derzeit an der Lufttüchtigkeitszulassung. In den nächsten zwei bis drei Jahren werde das Triebwerk an einem Comac-Jets zum ersten Einsatz kommen, so seine Prognose.
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