Tragflüche der Boeing 777X: Die Flugzeuge sollen deutlich weiter fliegen.

Update im InternetBoeing verspricht bei der 777X plötzlich eine deutlich höhere Reichweite

Die Boeing 777X ist noch immer nicht im Liniendienst. Trotzdem hat Boeing ihr jetzt ein überraschendes Leistungsplus verpasst. Ohne große Ankündigung erhöhte der Hersteller die offiziell angegebene Reichweite seines neuen Langstreckenjets deutlich.

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Noch hat keine Fluggesellschaft eine Boeing 777X im Linienverkehr im Einsatz. Dennoch sorgt das Langstreckenprogramm jetzt für eine Überraschung: Wer derzeit einen Blick auf Boeings Website wirft, entdeckt eine auffällige Änderung. Der Hersteller verspricht seiner neuen Flugzeugfamilie plötzlich deutlich größere Reichweiten als noch vor wenigen Wochen, wie zuerst das Magazin Flightglobal bemerkte.

Am stärksten fällt die Änderung bei der kleineren Boeing 777-8 aus. Statt bisher bis zu 8745 Seemeilen (16.196 Kilometer) soll sie nun bis zu 9500 Seemeilen (17.594 Kilometer) schaffen. Auch die größere 777-9 legt auf dem Papier kräftig zu. Ihre offiziell angegebene Reichweite steigt von 7285 auf 8000 Seemeilen (von 13.492 auf 14.816 Kilometer). Selbst die Frachtversion 777-8 F erhält ein Plus und soll nun 5000 statt bisher 4410 Seemeilen weit fliegen können.

Auch andere Kapazitäten für die Boeing 777X

Nicht nur die Reichweiten wurden geändert. Boeing nennt inzwischen auch andere Passagierkapazitäten. Statt fester Zahlen gibt der Hersteller nun Spannen an. Die 777-8 soll je nach Kabinenausstattung zwischen 350 und 425 Fluggäste befördern können, die 777-9 zwischen 375 und 450. Die maximalen Startgewichte scheinen dagegen weitgehend unverändert geblieben zu sein.

Warum Boeing die Daten geändert hat, bleibt offen. Der Hersteller beantwortete entsprechende Fragen gegenüber Flightglobal nicht. Ob hinter den neuen Werten technische Verbesserungen, andere Annahmen bei der Berechnung oder schlicht aktualisierte Leistungsprognosen stehen, ist deshalb unklar.

Fliegt die Boeing 777X weiter als der Airbus A350?

Ganz zufällig dürfte der Schritt allerdings nicht sein. Denn Reichweite ist einer der wichtigsten Punkte im Wettbewerb zwischen Boeing und Airbus. Auf seiner Website weist Boeing inzwischen sogar ausdrücklich darauf hin, dass die 777X eine größere Reichweite als die Airbus A350-1000 biete. Der europäische Hersteller gibt für dieses Modell bis zu 9100 Seemeilen (16.853 Kilometer) an.

Allerdings schläft auch Airbus nicht. Für Qantas entsteht derzeit die Variante A350-1000 ULR (Ultra Long Range), die nahezu 10.000 Seemeilen (18.520 Kilometer) ohne Zwischenlandung schaffen soll. Mit ihr will die australische Fluggesellschaft ab 2027 Direktflüge von Sydney nach London und New York aufnehmen.

Zulassung der Boeing 777X lässt auf sich warten

Für Boeing ist die größere Reichweite der 777X deshalb mehr als nur eine Zahl im Datenblatt. Die neue Flugzeugfamilie soll Airlines helfen, immer mehr Ultralangstrecken wirtschaftlich zu bedienen und gleichzeitig die erfolgreiche 777-300 ER sowie die 777-200 LR abzulösen.

Bis die höheren Reichweiten tatsächlich unter Beweis gestellt werden können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Eigentlich wollte Boeing die Zulassung der 777X noch 2026 abschließen. FAA-Chef Bryan Bedford dämpfte diese Erwartungen zuletzt jedoch. Nach seinen Worten rechnet die US-Luftfahrtbehörde zunächst mit der Zertifizierung der Boeing 737 Max 7 und anschließend der Max 10. Die Boeing 777X werde «hoffentlich Anfang nächsten Jahres» folgen, sagte er kürzlich auf einer Konferenz in Charleston.

Lufthansa hat 27 Boeing 777X fest bestellt

Die 777-9 wird die erste Variante der neuen Flugzeugfamilie sein, die an Kunden ausgeliefert wird. Zu den größten Bestellern gehört Emirates. Auch Lufthansa wartet seit Jahren auf das neue Langstreckenflugzeug und erwartet ihre ersten Exemplare im ersten Quartal 2027.

Die deutsche Fluggesellschaft hat 20 Boeing 777-9 fest bestellt und hält Optionen für weitere 24 der Flugzeuge. Hinzu kommen sieben Frachter des Typs 777-8 F für Lufthansa Cargo. Bei Boeing sollen auf die große Passagierversion 777-9 erst der Frachter 777-8 F und danach die kleinere Passagiervariante 777-8 folgen.

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