Die FAA nimmt eine Softwareversion unter die Lupe, bei der in einem bestimmten Szenario nach einem Fehlanflug die automatische vertikale Flugführung nicht zur Verfügung stehen kann. Das kann passieren, wenn die Cockpitcrew anschließend die geplante Flugroute verändert. Boeing informierte die Betreiber im vergangenen Monat über das Problem und verwies auf bestehende Verfahren für Pilotinnen und Piloten. Gleichzeitig arbeitet der Hersteller an einem Update, das den Fehler dauerhaft beheben soll.
Airlines wollen keine Boeing 737 Max mit neuer Software
Für Boeing ist nicht nur die Max 10 betroffen. Die kleinere 737 Max 7 wurde bereits im August mit der potenziell problematischen Software zertifiziert, ihre ersten Auslieferungen werden vorbereitet. Southwest Airlines und United Airlines wollen laut Wall Street Journal allerdings keine neuen Boeing 737 Max mit dieser Version übernehmen und haben Boeing stattdessen um eine frühere Softwareversion gebeten. Wie viele bereits eingesetzte Flugzeuge mit der betroffenen Version unterwegs sind, ist bislang nicht bekannt.
Ob die Software tatsächlich ein Sicherheitsproblem darstellt, wird noch geprüft. Die FAA will dafür ein Corrective Action Review Board einberufen und kündigte an, bei entsprechenden Erkenntnissen sofort zu handeln. Nach Informationen von The Air Current könnte das Ergebnis dieser Prüfung auch darüber entscheiden, wann Max 7 und Max 10 ihre nächsten wichtigen Schritte machen können.
1400 Boeing 737 Max 10 bestellt
Bei der Max 10 steht für Boeing besonders viel auf dem Spiel. Mehr als 1400 Exemplare der Boeing 737 Max 10 sind nach Daten von Cirium bestellt. Laut Ortberg entfallen rund 30 Prozent des noch abzuarbeitenden Boeing-Auftragsbestands auf die größte Variante der 737-Max-Familie. Die ersten Auslieferungen sind weiterhin für 2027 vorgesehen. Ob das neue Softwareproblem diesen Plan beeinflusst, ist bislang offen.
aeropur hinweis aeroTELEGRAPH