Flughafen München: zurück auf Platz 1.

Sicherheitseinstufung durch CockpitcrewsFlughafen München erobert Spitzenposition beim Flughafencheck zurück

Der Flughafencheck der Vereinigung Cockpit hat 2026 nicht nur einen neuen Spitzenreiter, sondern auch ein neues Schlusslicht. In der Top 3 befindet sich derweil auch ein Schweizer Airport.

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Es gibt ihn bereits seit 1978: Der Flughafencheck der Arbeitsgruppe Airport and Ground Environment der Vereinigung Cockpit (VC) unterzieht die deutschen Verkehrsflughäfen einer jährlichen Sicherheitsüberprüfung. Durch eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Pilotenvereinigung Aeropers werden seit 2024 auch die Flughäfen in der Schweiz bewertet.

Im Jahr 2025 hatte der Flughafen Leipzig/Halle den Airport München von der Spitzenposition verdrängt - doch 2026 holt sich die bayerische Landeshauptstadt Platz 1 zurück. Möglich machten dies dauerhaft aktivierte Stopbars an manchen Aufrollwegen auf Start- und Landebahnen. Dabei handelt es sich um rote, in den Boden eingelassene Lichtsignale, die die letzte Sicherheitsbarriere vor einer aktiven Start- oder Landebahn bilden.

«Gehören zu den gravierendsten Sicherheitsrisiken»

Im Mittelpunkt des Flughafenchecks stand erneut die Vermeidung von Runway Incursions - Situationen, in denen Flugzeuge oder Fahrzeuge unerlaubt auf Start- oder Landebahnen gelangen. «Runway Incursions gehören zu den gravierendsten Sicherheitsrisiken im Flugbetrieb», erklärt Sven Graßmück, Leiter der Arbeitsgruppe Airport and Ground Environment der Vereinigung Cockpit. «München zeigt mit den dauerhaft aktivierten Stopbars, dass sich wirksame Maßnahmen unmittelbar in der Sicherheit widerspiegeln.»

Die Gewerkschaft nennt die tödliche Kollision eines Airbus A350 von Japan Airlines mit einem Flugzeug der japanischen Küstenwache, das ohne Freigabe auf die Landebahn gerollt war, aus dem Jahr 2024 als ein dramatisches Beispiel für Runway Incursions. Ein weiteres Beispiel, ebenfalls mit Todesopfern: Im März 2026 kam es am Flughafen LaGuardia in New York zu einem schweren Unfall, als ein Regionalflugzeug der Air Canada Express mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammenstieß, das gerade die Startbahn überquerte.

VC bewertet auch Zusammenarbeit mit Pilotenverbänden

Mit Blick auf die Stopbars sagt Graßmück: «Leider verzichten viele Flughäfen aus Kostengründen weiterhin auf den durchgehenden Betrieb.» Dass es auch anders gehe, zeigten die Flughäfen Zürich (Platz 3) und Genf (Platz 11), wo Stopbars bereits an allen Aufrollwegen rund um die Uhr genutzt würden. Für Deutschland gilt: Neben München verbessert sich Düsseldorf durch Stopbars an mehreren Kreuzungen um drei Plätze auf Rang 14. Frankfurt und Leipzig/Halle setzen Stopbars bereits auf mehreren Rollwegen dauerhaft ein, aus Sicht der VC besteht jedoch noch Potenzial für eine flächendeckende Umsetzung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Flughafenchecks ist die Zusammenarbeit in den sogenannten Local Runway Safety Teams (LRST), in denen Flughäfen, Flugsicherung und weitere Akteure Sicherheitsmaßnahmen entwickeln. Die VC kritisiert, dass Pilotenverbände vielerorts weiterhin nicht beteiligt werden. Die Folgen im Ranking: Durch die Einbindung von Aeropers/Swiss ALPA verbessert sich der Flughafen Genf von Platz 26 auf Platz 11. Auch Lübeck legt nach der Einladung der VC zum LRST vier Plätze zu. Rostock-Laage bildet nach dem Ende der LRST-Zusammenarbeit das neue Schlusslicht des Flughafenchecks.

Alle deutschen und schweizerischen Flughäfen sind sicher

Bewertet wurden die Flughäfen nach drei Oberkategorien: Runway Incursions mit einer Gewichtung von 45 Prozent, Runway Excursions (Abkommen von der Startbahn) mit 40 Prozent und Taxi Occurrences (Vorfälle beim Rollen) mit 15 Prozent. Die genannte LRST-Zusammenarbeit ist ein Unterpunkt in allen drei Oberkategorien und darin jeweils unterschiedlich stark gewichtet. Die Stopbars machen als Unterpunkt «Stopbars or similar means» 30 Prozent der Bewertung der Oberkategorie Runway Excursions aus.

Die Gewerkschaft betont, dass alle Flughäfen im Ranking ein hohes Sicherheitsniveau erfüllen. «Mit dem Flughafencheck machen wir Fortschritte sichtbar - und zeigen zugleich, wo Sicherheitsstandards noch hinter dem technisch Möglichen zurückbleiben», sagt Graßmück.

Die vollständige Rangliste des Flughafenchecks 2026 sehen Sie hier in der Tabelle der Vereinigung Cockpit:

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