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Französische Airlines im Ausverkauf

City Jet, XL Airways, Europe Airpost - in Frankreich stehen Airlines gleich im Multipack zum Verkauf.

Europe Airpost

Boeing B737-700 von Europe Airpost: Bald neue Eigentümer.

Zeit der Krise, Zeit der Neuordnung. Auf Frankreichs Luftfahrtmarkt werden gerade die Karten neu gemischt. Die Nationalairline Air France ist arg angeschlagen. Sie muss bis 2014 zwei Milliarden Euro einsparen und baut deshalb 5100 Stellen ab und streicht auch Strecken. Die Schwäche könnten die lokalen Konkurrenten nutzen – sofern sie dazu finanziell in der Lage wären. Doch vielen geht es selbst nicht besonders gut. Und so suchen sie nach neuen Investoren. Am weitesten ist dabei Aigle Azur. Die chinesische Hainan Airlines stieg Anfang Jahr bei der französischen Fluggesellschaft ein und kaufte 49 Prozent des Kapitals. Mehr liegt nicht drin, da nur ein Aktionär aus Europa die Kontrolle über eine europäische Airline besitzen darf. Die Chinesen hätten wohl gerne ganz das Zepter übernommen – vor allem auch wegen der interessanten Landerechte von Aigle Azur am Pariser Flughafen Orly.

Bereits seit längerem im Schaufenster steht XL Airways. Die isländische Hauptaktionärin Bank Straumur muss ihre Beteiligung an der französischen Fluglinie bis Ende September abstoßen. Das Interesse dürfte nicht gering sein. Denn XL Airways France ist kein Sanierungsfall. Mit ihren sechs Flugzeugen erarbeitet sie einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Auch vergangenes Jahr, als viele Airlines rot schrieben, resultierte mit 1,1 Millionen ein Gewinn. Nun kommt aber auch Europe Airpost auf den Markt. Wie die französische Wirtschaftszeitung Les Echos meldet, habe die irische Eigentümerin ASL Aviation Group beschlossen, ihre französische Tochter zu verkaufen. Auch sie ist profitabel: Mit 13 Fliegern des Typs Boeing B737-300 QC transportiert Europe Airpost am Tag Passagiere und nachts Post. 2011 setzte sie 254 Millionen Euro um und machte 3 Millionen Gewinn.

Auch Air France will verkaufen

Und offenbar steht auch City Jet zum Verkauf. Sie ist zwar offiziell irisch, gehört aber vollständig Air France. Sie fliegt für ihre Mutter unter anderem ab Paris Charles de Gaulle oder auch London City Airport europäische Wirtschaftszentren an. Die Airline soll nun eine irische Bank beauftragt haben, neue Investoren zu finden, schreibt die Wirtschaftszeitung La Tribune. Sie verliert Geld, was den Verkauf wohl schwieriger macht. Air France kaufte die Regionalgesellschaft 2007.



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