Theo geht in Rente – der Blimp mit dem Kennzeichen D-LDFR aus der WDL1B-Baureihe verbleibt in der Luftschiffhalle.

Zeppelin NTEin neues Luftschiff für das Ruhrgebiet

Die Westdeutsche Luftschiffgesellschaft WDL begann bereits Mitte der 1950er-Jahre, Luftschiffe zu bauen und zu betreiben. Das letzte davon geht jetzt in Rente. Es wird von einem modernen Zeppelin NT abgelöst.

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Sie ist groß und silbern glänzend, die Luftschiffhalle am Flughafen Essen-Mülheim. Und es ist bereits die dritte, denn die allererste aus den 1970er-Jahren wurde durch einen Orkan zerstört. An gleicher Stelle wurde eine größere und stabilere Konstruktion erstellt, die bis Anfang der 2020er-Jahre hielt und in der nacheinander sechs Luftschiffe flügge und technisch betreut wurden.

Ihr Vater Theodor Wüllenkemper lebt schon lange nicht mehr, aber ihm zu Ehren trägt das letzte Luftschiff seines Unternehmens den Namen Theo.  Doch nach vielen Einsätzen in Deutschland, ganz Europa, Japan, den USA und gar auf dem afrikanischen Kontinent für Marken wie Wicküler Pilsener, Fuji Film und zuletzt der Sparkasse würden aufwändige Modifikationen aufgrund neuer Anforderungen der Behörden den Weiterbetrieb verteuern und verkomplizieren.

Kooperation mit der Deutschen Zeppelin Reederei

Bei Westdeutsche Luftschiffgesellschaft WDL hat man umgedacht und die neue Luftschiffhalle, ohnehin schon als Eventlocation angeboten, mit dem Luftschiff Theo als Blickfang ergänzt. Es lag zudem nahe, eine Kooperation mit der DZR - der Deutschen Zeppelin Reederei einzugehen. Sie gehört der Friedrichshafener ZLT-Zeppelin Luftschifftechnik, die das modernste Luftschiff der Welt baut, den Zeppelin NT.

Schon länger überlegte man sich dort Alternativen zu europaweiten Werbeeinsätzen und Bodenseerundflügen und kam so auf den Betrieb im Ruhrgebiet, zum Ausbau einer zweiten Station mitten in der meistbesiedelten Region Deutschlands. Die ZLT baute bislang ebenfalls sechs Luftschiffe, drei davon verkaufte sie in die USA zu Goodyear, eines davon betreibt sie in Europa für den Reifenhersteller, ein zweites wirbt ab Friedrichshafen für die Maschinenbaufirma ZF und eines wird derzeit für einen neuen Werbekunden vorbereitet.

Kein Blimp mehr

Was im vergangenen Jahr angekündigt wurde, setzt die Westdeutsche Luftschiffgesellschaft WDL zum 8.Mai in die Tat um. Einer der Zeppelin NT wird nun dauerhaft sein Zuhause in Essen-Mülheim haben und den Flugbetrieb für Werbe- und Rundflüge dort traditionell fortsetzen, – damit Theo sich zur Ruhe setzen kann.

Somit wird dadurch die Luftschifftradition in Deutschland aktiv fortgesetzt. Doch einen gravierenden Unterschied haben beide Luftschiffe dennoch: die alte Variante ist ein sogenannter Blimp, dessen Form ausschließlich durch den Innendruck des Traggases Helium und der umgebenen Luft gehalten wird, während die neue Variante, ein echter Zeppelin, mit einem Traggerüst im Inneren in Form gehalten wird.

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