Falkland-Inseln: Nur ein Flug geht auf die Insel.

Argentinien droht mit Luftfahrt-Waffe

Argentinien und Großbritannien streiten sich erneut um die Falkland-Inseln. Flüge sind das stärkste Drohmittel.

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«Sie rüsten den Südatlantik auf – ein weiteres Mal», beschwor Cristina Kirchner am Dienstagabend (7. Februar) die Fernsehzuschauer. Anders könne man die Entsendung eines modernern Zerstörers der königlichen Marine mit dem Kronprinzen William an Bord in die Gewässer vor den Falkland-Inseln nicht interpretieren, so die argentinische Präsidentin. Die Gäste im TV-Studio riefen während ihrer Rede immer wieder begeistert «Malvinas argentinas» dazwischen. Die Staatschefin will nun den Fall des britischen Eilands 460 Kilometer vor der argentinischen Küste vor die Uno bringen.

Es ist eine weitere Eskalation im Streit zwischen Buenos Aires und London, der mit der Entscheidung der Briten, vor der Küste der Falkland-Inseln nach Öl zu bohren, wieder ausbrach. Die Rhetorik gewann in den letzten Monaten zunehmend an Schärfe. Nur eine Stufe zündete Präsidentin Kirchner bislang noch nicht - auch nicht am Dienstag, obwohl das allgemein erwartet worden war. Doch die Drohung steht seit vier Monaten im Raum – die Streichung des einzigen Fluges vom Festland auf die Falkland-Inseln oder Malvinas, wie die Argentinier sagen.

Gute Nachbarn

Am 14. Juli 1999 regelten die beiden Staaten in einem Abkommen, dass Flüge von Punta Arenas in Chile zum Mount Pleasant Airport auf den Falkland-Inseln in Río Gallegos im südlichen Argentinien zwischenlanden dürfen. Einmal pro Woche bedient derzeit die chilenische LAN die Strecke mit einem Airbus A320. Der Flug dient vielen Bewohnern, um sich mit Produkten zu versorgen, die es auf dem Eiland nicht gibt. Zudem bringt er Touristen. Fällt die Luftverbindung aus, erreicht man die Inseln 460 Kilometer vor der argentinischen Küste nur nach einer Reise von mehreren Tagen mit dem Schiff.

Die Bewohner der Inseln nahmen die Rede der argentinischen Präsidentin denn auch mit Erleichterung auf. «Alles, was wir wollen, ist gute Nachbarn für Argentinien zu sein» erklärte Inselrätin Jan Cheeck der Zeitung Clarin. Kommentatoren in Buenos Aires weisen darauf hin, dass die Flüge das einzige Druckmitel auf Großbritannien ist, welches Argentinien überhaupt hat.

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