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Ferienflieger

Das steckt hinter Lufthansas Plänen für Eurowings

Lufthansa richtet die Langstrecke der Tochter Eurowings neu aus und macht sie zum Ferienflieger. Die Überlegungen dahinter erklärt Vertriebschefin Heike Birlenbach.

Eurowings

Airbus A330 von Eurowings: Die Langstrecke wird neu positioniert.

Primera Air ist pleite, Wow Air kämpft ums Überleben und Norwegian steckt in einer tiefen Krise. Als Billigairline auf der Langstrecke Geld zu verdienen, ist offensichtlich enorm schwierig. Das musste auch Eurowings lernen. «Wir haben gesehen, dass Punkt-zu-Punkt nur auf sehr wenigen Langstrecken funktionieren kann», sagt Lufthansa-Vertriebschefin Heike Birlenbach im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

Deshalb zieht die Konzernmutter nun die Konsequenzen. Sie zieht sieben Eurowings-Flugzeuge aus Düsseldorf ab und verschiebt sie nach Frankfurt und München. Zubringerflüge seien auch bei Billigflügen der Schlüssel zum Erfolg, erklärt Birlenbach den strategischen Schwenk. «Daher gehen wir nun auch an die großen Drehkreuze», so die Managerin. Zugleich wird Lufthansa unter ihrer Leitung künftig die Eurowings-Flüge in die Ferne vermarkten und auch für die Abfertigung am Boden zuständig sein.

Kampf gegen Verspätungen

Birlenbach ist sich aber bewusst, dass es bei Eurowings noch ein anderes zentrales Problem zu lösen gibt. Viele Übersee-Flüge sind aktuell wieder massiv verspätet. So hat Flug EW1198 von Havanna nach Düsseldorf aktuell fast vier Tage Verspätung. Auch andere Flüge kommen derzeit viele Stunden nach geplanter Ankunftszeit an – und das nicht nur in einzelnen Fällen, sondern gehäuft. «Was wir jetzt zuerst sicherstellen müssen, ist für einen stabilen Betrieb zu sorgen», sagt die Lufthansa-Vertriebschefin. Man plane deshalb im Winterflugplan für Eurowings «jeweils eine Reservemaschine pro Drehkreuz», so Birlenbach.

Insgesamt geht es um mehr, als nur Eurowings auf den Erfolgspfad zu lenken. Jahrelang hat Lufthansa das Geschäftsfeld touristischer Fernflüge anderen überlassen, vor allem der ehemaligen Tochter Condor, die heute dem Thomas-Cook-Konzern gehört. Jetzt wird es mit der neuen Ausrichtung von Eurowings wieder zum strategischen Pfeiler. «Das Segment von Langstrecken-Urlaubsflügen wächst stärker als alle anderen. Hier sehen wir noch ein großes Potenzial. Daher bauen wir auch aus», begründet Birlenbach.

Ab 2020 mit einer Business Class

Auch das Vollchartergeschäft wird ausgebaut. «Ab dem Winterflugplan oder ab Herbst werden wir einige Flüge in die Karibik für Reiseveranstalter durchführen. Mit weiteren Partnern führen wir Gespräche», sagt die Managerin. Nicht zuletzt geht es bei der neuen Ausrichtung aber wohl auch darum, jedem anderen Interessenten für Condor zu zeigen, dass Lufthansa einer Übernahme nicht tatenlos zusehen würde.

Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, sind bei Eurowings auch Investitionen geplant. «Zunächst wird das Angebot ab Frankfurt und München mit einem Airbus A330 von Sun Express ohne Premiumklassen an den Start gehen», so Birlenbach. Die Umrüstung der Flieger sei aber bereits in Planung. Sie verspricht: «Wir können im Laufe des Jahres 2020 auch eine Business Class mit Lie-Flat-Sitzen und eine Premium Economy anbieten».



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