Vor 40 Jahren sollte ein neues leichtes Geschäftsreiseflugzeug den Markt aufmischen. Die Swearingen Aircraft SA30 Fanjet sollte schneller und effizienter fliegen als die Konkurrenz und dabei nur rund zwei Millionen Dollar kosten. Gulfstream wollte sie später als Gulfjet SJ30 vermarkten, zog sich aber 1989 zurück. Der Prototyp flog 1991 erstmals und wurde damals auf der Paris Air Show gezeigt. Nur richtig in Gang kam das Projekt danach nie.
Neue Investoren übernahmen, doch Geldprobleme verzögerten die Erprobung immer wieder. 2003 stürzte ein Testflugzeug ab. Die Zulassung folgte erst 2005, fast 20 Jahre nach der Ankündigung. 2009 endete die Produktion, ein Jahr später war der Hersteller Emivest Aerospace insolvent. Nur eine Handvoll Exemplare waren bis dahin ausgeliefert worden. Ein Zulieferer übernahm die Rechte und benannte das Unternehmen in Syberjet um.
Neuer Eigentümer, neues Modell
Seitdem trieb Syberjet das Projekt voran. Am Vorabend der diesjährigen Messe NBAA in Las Vegas stellte der Hersteller mit viel Brimborium ein nicht flugfähiges Modell des SJ36 in Originalgröße vor. Es zeigt Kabine, Sitze und Cockpit so, wie sie im Serienflugzeug aussehen sollen. Einen flugfähigen Prototyp gibt es bislang nicht.
Neuer Jet ab 2029
Gezeigt wurde auch erstmals die selbst entwickelte Avionik. Das Cockpit besteht aus sechs Touchscreens und erhält Updates über das Internet. Ein Assistent auf Basis künstlicher Intelligenz soll die Pilotin oder den Piloten im Flug unterstützen. Flugpläne lassen sich laut Hersteller aus der Ferne hochladen, die Kabinentemperatur aus der Ferne regeln. Zudem will Syberjet die Jets per Fernzugriff warten, Fehler diagnostizieren und Reparaturen vorbereiten. Laut dem Fachmagazin AIN ist der Erstflug inzwischen für etwa 2029 geplant.
So soll die Kabine der SJ34 aussehen. Syberjet
Das war noch nicht alles. Zusätzlich kündigte Syberjet die SJ34 an. Sie ersetzt den SJ30 und bietet Platz für sechs Passagiere. Der Jet erhält stärkere Triebwerke, ein neues Cockpit und eine neue Kabine. Reichweite und Reisegeschwindigkeit entsprechen mit bis zu 2500 Seemeilen und Mach 0,83 der Vorgängerin. Verbessern sollen sich vor allem die Startleistung und die Leistung bei Hitze und auf hoch gelegenen Flughäfen. Auslieferungen sind ab 2029 geplant, beim SJ36 ab 2032.
Rabatt für die ersten 250 Bestellungen
Für die ersten 250 Bestellungen gelten Einführungspreise von 10 Millionen Dollar für die Syberjet SJ34 und 14 Millionen Dollar für die SJ36. Danach steigen sie auf 12 beziehungsweise 16 Millionen Dollar. Erstkunden erhalten zudem für fünf Jahre oder 1000 Flugstunden Wartung und Treibstoff. Verbindlich sind die Bestellungen vorerst nicht, die Vertragsbedingungen will Syberjet erst noch festlegen.
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