Die Boeing 777 F (vorne) beendete das Kapitel MD-11 (hinten) bei Lufthansa Cargo. Danach ...

Aussterbende SpeziesBald setzen nur noch drei Airlines auf die MD-11

Mitte Oktober verabschiedet Lufthansa Cargo ihre letzte McDonnell Douglas MD-11. Die verbleibenden Betreiber des Dreistrahlers sitzen in den USA.

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Im Januar 1990 absolvierte die McDonnell Douglas MD-11 ihren Erstflug. Noch im Dezember desselben Jahres erhielt Finnair als erste Fluggesellschaft ein Exemplar des Dreistrahlers. Der amerikanische Hersteller wollte mit ihr an den Erfolg mit der legendären DC-10 anknüpfen.

Die MD-11 war von Anfang an als Passagier-, Fracht- und Kombiversion geplant. Zu den größten Betreibern der Passagiervariante entwickelten sich Varig in Brasilien, American Airlines und Delta Air Lines in den USA sowie Swissair und dann Swiss in Europa. Ein Erfolg war die MD-11 jedoch nicht. Nur 200 Exemplare wurden von ihr gebaut.

Vorteile gegenüber der DC-10

McDonnell Douglas hatte in den Achtzigerjahren bereits mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen, weil Boeing und der Newcomer Airbus für Konkurrenz sorgten. Der Flugzeugbauer konzentrierte sich deshalb auf eine Verbesserung der DC-10, statt einen ganz neuen Flieger zu entwickeln.

So bekam die MD-11 verbesserte Triebwerke, einen gestreckten Rumpf und etwas längere Flügel mit Winglets. Das Höchstabfluggewicht stieg im Vergleich zur DC-10. Der neue Flieger bekam auch ein moderneres Cockpit mit Bildschirmen, was den Einsatz eines Flugingenieurs überflüssig machte

Boeing beschränkte MD-11 auf Frachtvariante

Die  MD-11 bleib aber ein Dreistrahler, während Airbus mit dem A330 und Boeing mit der 767 Zweistrahler auf den Markt brachten. Sie hatten daher Vorteile beim Verbrauch, während McDonnell Douglas nur bei der Reichweite punkten konnte. Zudem waren zuerst die Liestungswerte schlechter als vom Hersteller versprochen. Das und viele andere interne Probleme führten schließlich auch zum Ende der Selbständigkeit von McDonnell Douglas.

Nachdem das Unternehmen 1997 von Boeing übernommen worden war, wurden nur noch die bestehenden Aufträge abgearbeitet, bis die belgische Sabena 1998 die letzte Passagier-MD-11 erhielt. An der Frachtversion hielt Boeing zunächst noch fest. So kam es Lufthansa Cargo zu, 2001 die letzte ausgelieferte MD-11 in Empfang zu nehmen. 2019 flottet sie das Flugzeug aus, das heute für UPS fliegt.

KLM flog mit MD-11 am längsten Passagiere

Als letzte Airline schickte KLM 2014 ihre Passagier-MD-11 in Rente. Und wenn Lufthansa Cargo am 15. Oktober 2021 ihren letzten MD-11-Frachter ausflottet, bleiben weltweit nur noch drei Betreiber des Modells. Alle sind Frachtfluggesellschaften aus den USA, die Passagierflieger gekauft und umgerüstet haben.

UPS Airlines hat noch 42 McDonnell Douglas MD-11 in der Flotte, im Schnitt sind sie rund 27 Jahre alt. Fedex Express bringt es sogar auf 59 der Flugzeuge und ein Durchschnittsalter von 28 Jahren. Western Global Airlines, die zuletzt auch Lufthansa-Cargo-Maschinen übernahm, kommt auf 16 der Dreistrahler und knapp unter 27 Jahren Altersschnitt.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie die verbleibenden und einige ehemalige MD-11-Betreiber.

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Die DC-10 war auch bei KLM die Vorgängerin der MD-11. Sie wurde ab 1986 von McDonnell Douglas konzipiert. Sie ist länger, hat größere Tragflächen aber ein kleineres Seitenleitwerk.

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