Airbus A319 von Austrian Airlines: Fliegt künftig vielleicht für Lufthansa Cityline.

Angepasste StrategieIm Ernstfall muss Austrian die Flotte stärker verkleinern

Mit einer angepassten Strategie will die Lufthansa-Tochter aus dem Corona-Tief herauskommen. Dazu muss Austrian Airlines Personal abbauen, die Flotte verkleinern und auf den digitalen grünen Pass hoffen.

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Die Mutter hat die Losung ausgegeben: schlanker – schneller – nachhaltiger. So will Lufthansa aus der Krise fliegen. Tochter Austrian Airlines packt da noch etwas drauf. «Wir wollen zusätzlich fokussierter und profitabler werden», sagt der neue Vertriebsvorstand Michael Trestl. Ein «gut gefüllter Kontostand und ein Liquiditätspuffer» seien dafür eine gute Startgrundlage, ergänzt Vorstandschef Alexis von Hoensbroech.

Was bedeutet diese Strategie im Detail? Sie soll Austrian Airlines schrittweise stabilisieren, erklärte von Hoensbroech am Donnerstag (4. März) bei der Online-Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020, das mit einem Betriebsverlust von 379 Millionen Euro sehr schlecht ausfiel. Dazu zählt er eine optimal dimensionierte Flotte. Auf 60 Flugzeuge werde diese verkleinert, hieß es bisher. Je nach Nachfrageentwicklung könnten darüber hinaus weitere Flieger stillgelegt und im Ernstfall sogar abgegeben werden, ließ die AUA-Führung nun verlauten.

Airbus A319 zu Lufthansa Cityline

Die sieben Airbus A319 werden von Austrian Airlines gerade verkauft. Sie könnten zu Lufthansa Cityline wandern, die gerade eine A319-Flotte aufbaut, so von Hoensbroech. Die Erlöse der Flugzeugverkäufe flößen direkt in die Rückzahlung der erhaltenen Hilfskredite, erklärte er weiter. Weiter setzte man auf ein flexibles Netzwerk, so Trestl, das laufend den Erfordernissen und Möglichkeiten angepasst werde. Auch ein neues Arbeitsplatzkonzept werde umgesetzt, da der Hauptsitz gerade massiv geschrumpft wird. Und es soll konsequent gespart werden.

Auf neue Beine stellt die österreichische Nationalairline wie angekündigt auch das Catering. Unter dem Namen Austrian Melangerie wird es auf Kurz- und Mittelstreckenflügen ab dem Sommerflugplan Ende März nur doch Wasser und eine kleine Aufmerksamkeit kostenlos geben. Gegen Bezahlung werden dann «österreichische Spezialitäten von namhaften Partnern angeboten», so Trestl. Von Sachertorte bis Mannerschnitten sei da vieles möglich. Namen wollte der Austrian-Airlines-Vorstand ebenso wenig nennen wie wer der neue Cateringpartner sein wird. Unverändert bleibt das Catering für Business Class und Economy auf den Langstreckenflügen.

Kapazität im Sommer kleiner als geplant

Im Konzern wurde Austrian Airlines mitunter nicht mehr als Premium-Carrier gehandelt, sondern zusammen mit Brussels Airlines als Value-Carrier. Dazu sagt Trestl: «Nein, das stimmt nicht, die Premiumstrategie wird uns auch in Zukunft tragen. Austrian Melangerie spielt dabei auch eine Rolle». Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr ergänzte fast diplomatisch: «Premium sind bei uns die Marken, die auch eine First Class anbieten. Wie Lufthansa und Swiss. Aber die Abgrenzung ist schwierig, weil wir bieten überall Premium an, egal ob es eine First Class gibt oder nicht.»

Derzeit fliegt Austrian Airlines mit 15 Prozent der Vorkrisenkapazität. Statt 60 Prozent, wie ursprünglich laut Businessplan erwartet. Im Sommer soll es auf 40 bis 50 Prozent gehen. 70 Prozent hätten es laut Plan sein sollen.

«Wir brauchen das»

Wie in der gesamten Luftfahrt hängt das davon ab, ob es einen digitalen grünen Pass gibt, ob dieser international anerkannt ist und damit auch die Reisebeschränkungen fallen. «Wir brauchen das», sagt von Hoensbroech. «Aber nicht nur wir, sondern die gesamte Tourismusbranche.»

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