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Dash 8, A319 und 767 verschwinden

Austrian Airlines reduziert Flotte um ein Siebtel

Die Fluggesellschaft rechnet nur mit einer zögerlichen Rückkehr der Nachfrage. Deshalb braucht Austrian Airlines drei Boeing 767 und sieben Airbus A319 nicht mehr.

Austrian Airlines

Geparkte Flieger von Austrian Airlines: Nicht alle heben wieder ab.

Schon 34 Tage stehen die 84 Flugzeuge von Austrian Airlines am Boden. Nur noch für spezielle Frachtflüge und Rückholflüge heben einige von ihnen manchmal ab. Und so wird es noch für einige Zeit bleiben. Die österreichische Fluggesellschaft hat ihren Flugstopp kürzlich bis zum 17. Mai verlängert.

Auch wenn es dann losgeht: So wie früher wird es dann nicht mehr sein. Austrian Airlines prognostiziert in diesem Jahr eine Nachfrage, die zwischen 25 und 50 Prozent des Niveaus von vor der Corona-Krise erreicht. Und auch 2021 rechnet man in Wien mit maximal 75 Prozent.

Flexiblerer Zeitplan

Darauf stellt sich die Lufthansa-Tochter ein. Sie verkleinert ihre Flotte im Hinblick auf die tiefere Nachfrage um zehn Flugzeuge und kürzt  ihre Kapazität – gemessen an den verfügbaren Sitzen – um 20 Prozent, wie sie am Dienstag (21. April) bekannt gab. «Wir werden uns von den ältesten und kleinsten Flugzeugen trennen», so Kommerzchef Andreas Otto – auch «aus ökologischen Überlegungen».

Bereits früher plante Austrian Airlines ihre ursprünglich 18 und aktuell noch 14 Bombardier Dash 8 Q400 bis kommendes Frühjahr auszuflotten. Daran hält die Fluggesellschaft fest, allerdings mit einem flexibleren Zeitplan. Denn gerade nach dem Neustart könnten kleinere Flugzeuge gefragt sein. Bis 2022 sollen sie aber spätestens in Rente gehen.

Drei Boeing 767

Neben den Dash 8 hat Austrian Airlines aber auch entschieden, ihre sieben Airbus A319 in den kommenden zwei Jahren in Rente zu schicken. Zugleich verzichtet die Nationalairline der Alpenrepublik auf drei ihre Boeing 767.

Stillgelegt werden die drei 28 Jahre alten Maschinen mit den Kennzeichen OE-LAT, OE-LAW und OE-LAX. Auch hier geht AUA dynamisch vor – so könnten die 767 am Anfang mehr gebraucht werden, da sie kleiner sind als die Boeing 777 in der Flotte. Ihre Schwester Swiss hält beispielsweise die kleineren Airbus A340 am Anfang für die idealeren Flugzeuge als die etwas größeren A330 oder viel größeren Boeing 777.

Auch Stellenabbau geplant

2022 ist für die 24 Flugzeuge aber definitiv Schluss. Durch die Ausflottung könne man das Durchschnittsalter der Flotte von heute 15,4 auf 14,6 Jahre verringern, so Austrian Airlines. Sie wird dann 60 Flugzeuge umfassen – gegenüber 70 wie ursprünglich geplant.

Eine Reduzierung der Flotte hat zwangsläufig einen Stellenabbau zur Folge. Rechnet man mit einem Wert von 70 Angestellten pro Flieger müsste die Belegschaft künftig also rund 700 Personen kleiner sein als ursprünglich geplant. Trotzdem wolle man «so viele Arbeitsplätze wie nur möglich erhalten», schreibt Austrian Airlines in der Mitteilung.

Appell an die Politik

Es bleibe aber «keine andere Wahl», als sich «an den etwas kleineren Markt anzupassen». Man müsse schließlich «in der Lage sein, unsere Flugzeuge, Gebühren, Löhne und Investitionen zu finanzieren und natürlich auch etwaige Belastungen und Kredite aus dem Corona-Grounding zurückzuzahlen», kommentiert AUA-Chef Alexis von Hoensbroech.

«Wir haben einen Plan. Nun hoffen wir auf die Unterstützung aller Beteiligten», so der Manager. Er spricht damit auch die Politik an. Austrian Airlines verhandelt derzeit mit der Regierung über Staatshilfen. Rund 800 Millionen Euro braucht die Fluggesellschaft unbestätigten Angaben zufolge, um bis zum Herbst durchzukommen.

 



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