UT-Air-Pilot prüft eine ATR: Waren die Tragflächen vereist?

Hat ATR ein Eisproblem?

Noch ist unklar, was zum Absturz der ATR-72 in Russland führte. Vereisung könnte eine Rolle gespielt haben - erneut.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Die Flugschreiber wurden geborgen und bereits nach Moskau zur Auswertung gebracht. So viel steht jetzt schon fest: Von den 39 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord von UT Air Flug 120 kamen beim Absturz am Montagmorgen (2. April) um 3.33 Uhr mitteleuropäischer Zeit 31 Menschen ums Leben. Die ATR 72-201 der sibirischen Fluggesellschaft war am Flughafen Roschtschino in Tjumen gestartet und sollte nach Surgut fliegen. Doch rund drei Kilometer nach dem Start krachte sie in ein Feld, nachdem die Piloten eine Notlandung versucht hatten. Augenzeugen berichteten, Rauch sei aus den Propellern entwichen. Danach sei die Maschine senkrecht in den Boden gestürzt.

Für die Ermittler gilt technisches Versagen inzwischen als «wahrscheinlichste Ursache, wie Wladimir Markin, Sprecher des russischen Untersuchungsausschusses, wenige Stunden nach der Katastrophe gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Nowosti erklärte. Ein Terrorakt wird ausgeschlossen. Vor allem die garstigen Temperaturen werden als möglicher Auslöser der Katastrophe verdächtigt. Sie könnten zur Vereisung der Motoren und Tragflächen geführt haben. Zum Zeitpunkt des Unglücks war es ungefähr null Grad kalt. Gemäß dem Flughafen-Vize Wladimir Nyesmatschnij hatte sich der Pilot entschlossen, die Maschine nicht zu enteisen. Das liege im Ermessen des Flugkapitäns. Der Chef der russischen Luftaufsichtsbehörde Rossawiatsia, Alexander Nerjadko, wies die These der Vereisung am Montagabend dann aber wiederum zurück. Er sprach davon, die Enteisung sei nicht vorschriftsgemäß durchgeführt worden.

Nicht das erste Mal

Dennoch: Vereisung war bereits zwei Mal die Ursache für einen Absturz einer ATR 72. Eine Eisschicht kann den Auftrieb verringern und zudem können absplitternde Eispartikel die Motoren beeinträchtigen. 1994 stürzte eine ATR-72 von Simmons Airlines/American Eagle in Indiana in den USA ab, welche durch Eisregen geflogen war. Die Untersuchung fand heraus, dass die Maschine besonders gefährdet für Vereisungen ist. 68 Menschen verloren damals ihr Leben. Seither durften sie nicht mehr in nördlichen Gefilden verkehren. Am 4. November stürzte eine ATR-72 von Aerocarribean in Kuba ab. Auch hier fanden die Behörden extreme meteorologische Bedingungen und Vereisung als Ursache, zusammen mit Pilotenfehlern. Auch hier starben 68 Menschen.

Mehr zum Thema

ticker-russland

Russland will Zugang von Airlines zu internationalen Strecken verschärfen

ticker-russland

Russland untersagt Pilotinnen und Piloten Aufnahmen aus dem Cockpit

ticker-izhavia-1

Lizenz von Izhavia entzogen: Bericht über herausgerissene Seiten aus Notfallhandbuch

ticker-izhavia-1

Russland: Nach Aus von Izhavia übernehmen acht Airlines die Fluggäste

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin