Nun steht Air New Zealand vor einem ähnlichen Problem. In einer aktuellen Pressemitteilung zur Übernahme eines neuen Dreamliners mit neuer Kabine teilt die neuseeländische Fluglinie auch mit, dass sich der Start ihrer Schlafkojen Skynest erneut verschiebt. Die Stockbetten für die Economy Class würden erst nach dem neuseeländischen Sommer eingebaut, schreibt sie - also frühestens ab März 2027. Nur so könnten die gerade angekommene Boeing 787 und eine weitere, die in den nächsten Tagen folgt, direkt in den Dienst gestellt werden.
Etagenbett, für vier Stunden zum Sitz dazubuchbar
Buchbar sind die Kojen schon seit Mai - für Economy- und Premium-Economy-Gäste für jeweils vier Stunden, zusätzlich zum normalen Sitzplatz. Eigentlich sollte Skynest ab November zwischen Auckland und New York fliegen. Doch daraus wird nun nichts.
Ressourcen-Engpässe bei ausländischer Behörde
Grund für die Verzögerung ist die Zulassung. Neben der neuseeländischen Luftfahrtbehörde muss ebenfalls die für Boeing zuständige US-Behörde FAA zustimmen. Während die Prüfung in Neuseeland offenbar gut vorankommt, hapert es in den Vereinigten Staaten von Amerika.
«Obwohl das Produkt bereit für den nächsten Schritt ist, nimmt die behördliche Zertifizierung mehr Zeit in Anspruch als geplant», schreibt Air New Zealand, ohne die FAA zu nennen. «Die zuständige ausländische Zertifizierungsbehörde konnte die Genehmigungen aufgrund von Ressourcen-Engpässen nicht innerhalb des ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmens erteilen.» Jeremy O’Brien, Kunden- und Digitalchef von Air New Zealand, sagt: «Sobald der Zeitplan feststeht, werden wir den neuen Einführungstermin für das Skynest bekannt geben.»
Boeing 787 von Air New Zealand: Die Fluglinie hat nach sieben Jahren wieder einen Dreamliner übernommen. Boeing
Gipfeltreffen gegen schleppende Zulassungen
Behörden und Industrie haben das branchenweite Problem erkannt. Im Dezember 2025 lud die FAA Sitzhersteller und andere Regulierungsbehörden nach Fort Worth in Texas ein, um die Ursachen für Verzögerungen zu ermitteln. Im Februar 2026 zog die europäische Behörde Easa nach und veranstaltete in ihrer Kölner Zentrale gemeinsam mit der FAA den ersten Aircraft Seat Certification Executive Summit. Dort sei klar geworden, «dass die Kapazität erhöht werden muss», sagte Recaro-Chef Mark Hiller danach zu aeroTELEGRAPH.
Die Easa kündigte an, ihr Expertenteam bis zum Sommer 2026 aufzustocken. Zudem entwickelte eine Seat Task Force rund 30 Maßnahmen. Die Behörden sehen die Schuld aber nicht allein bei sich. Viele Sitze würden zur Prüfung vorgelegt, obwohl sie noch in der Entwicklung seien, und «die fallen einer nach dem anderen im Test durch», sagte Easa-Abteilungsleiter Nabil Ben Mami. Die FAA nannte damals noch keine konkreten Maßnahmen.
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