Das klassische Gate für Kurz- und Mittelstreckenflüge sieht so aus: Lange Reihen von robusten, aber nicht besonders bequemen Sitzen dienen als Sitzgelegenheiten - und hoffentlich dank Steckdosen und USB-Anschlüssen auch als Ladestationen. Am Schalter arbeiten zwei bis drei Personen, die für das Boarding der Fluggäste zuständig sind. Über dem Schalter hängen Monitore, die die Flugnummer und das Ziel anzeigen. An einer Kontrollstelle am Schalter werden die Bordkarten und oft auch Pässe kontrolliert.
Doch nun wollen Lufthansa, der Flughafen Frankfurt und ihr Gemeinschaftsunternehmen Fra Alliance einen Gegenentwurf liefern. Am 27. Oktober präsentierten sie das Gate A16 im Terminal 1 des größten deutschen Flughafens als «Gate of the Future», also Gate der Zukunft. Für das Projekt investieren sie nach eigenen Angaben rund eine Million Euro.
Gate der Zukunft: Sofas, Fotokunst und riesige Bildschirme
Dabei gibt es drei große Änderungen. Die erste: Das Gate wird komfortabler und bietet eine größere Vielfalt an Sitzgelegenheiten - es soll sich ein wenig einer Lounge annähern. So gibt es neben den klassischen Sitzreihen auch große, geschwungene Sofas, Mini-Sofas an der Wand, kleine Tische mit je vier Drehstühlen und Arbeitssitze mit eingebauten Tischchen. Dazu hängt Fotokunst an den Wänden, vor allem Landschaften und urbane Motive.
Die zweite Änderung: Statt kleiner Monitore über dem Schalter gibt es zwei riesige Bildschirme an den Wänden, einer 6,6 x 3,3 Meter groß, einer 6 x 3 Meter. Hinzu kommen drei 360-Grad-Displays, die wie digitale Litfaßsäulen funktionieren. Darauf werden verschiedene Informationen angezeigt, etwa die Boarding-Gruppen, die einsteigen dürfen.
Bewegungsmuster werden erfasst, Boarding effizienter
Als dritte Änderung schrumpft der Schalter auf nur noch einen Arbeitsplatz. Dafür sollen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Tablets durch den Gate-Bereich bewegen und aktiver mit den Reisenden in Kontakt treten. Auf dem Tablet befindet sich laut Lufthansa und Flughafenbetreiberin Fraport nun ein neues Software-System, das alles kann, wofür bisher bis zu acht Systeme nötig waren - ein historisch entstandener Software-Wildwuchs.
Am Gate erfassen Sensoren auch auf anonymisierte Art und Weise die Bewegungsmuster der Menschen, die sich dort aufhalten. Dadurch und durch die neue, bedienerfreundlichere Software sollen die Mitarbeitenden am Gate das Boarding in Boarding-Gruppen besser steuern können und das Einsteigen ins Flugzeug somit schneller und effizienter machen. Woran sich dagegen zunächst nichts ändert, ist die Bordkartenkontrolle an sich.
Wie Lufthansa und der Flughafen Frankfurt weitermachen
Das Gate A16 wird noch bis zum ersten Quartal 2027 als Testprojekt laufen. Regelmäßig werden Reisende befragt, die das Gate nutzen. So wollen Lufthansa und der Flughafen herausfinden, welche Abläufe besonders gut funktionieren und welche nicht, welche Möbel, Lampen und andere Gestaltungselemente bei den Fluggästen besonders beliebt sind.
Nicht alles, was jetzt am Gate zu sehen ist und getestet wird, werden die Partner später serienmäßig zum Einsatz bringen. Nach dem ersten Quartal 2027 wollen Lufthansa und der Flughafen die Ergebnisse auswerten und entscheiden, mit welchen Elementen aus dem Testprojekt Gate of the Future sie eine Gate-Generation für den breiten Einsatz schaffen. Das soll auch dazu beitragen, dass T1 im Vergleich zum neuen T3 auf Augenhöhe bleiben kann.
Schauen Sie sich hier unsere Bildergalerie zum Gate of the Future an:
Gate of the Future: Was Lufthansa und der Flughafen Frankfurt aktuell testen
Projekt Gate of the Future am Gate A16 des Flughafens Frankfurt: Neben riesigen Bildschirmen gehört auch ...
... Fotokunst gehört zum Testprojekt ...
... von Lufthansa und dem Flughafen Frankfurt. Zu den angebotenen Sitzgelegenheiten ...
... Standard-Sitzreihen und Arbeitssitze mit Tischchen.
... gehören unter anderem große Sofas, ...
Die Info-Säulen am Gate werden ...
... per Tablet gesteuert und ...
.. befindet sich an zwei verschiedenen Stellen des Gates-Bereiches.
Der zweite der beiden riesigen Bildschirme.
An der Bordkartenkontrolle ändert sich vorerst nichts, aber der Schalter schrumpft auf einen Arbeitsplatz.
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