Lufthansa hat einen Grund zum Feiern: Nach vielen Verzögerungen holt die Fluggesellschaft von Freitag auf Samstag ihre erste Boeing 787-9 mit der neuen Allegris-Kabine nach Deutschland. Das Kennzeichen: D-ABPF. Der Taufname: Frankfurt am Main.
Mehr als ein Mal hoffte Lufthansa, dass die Auslieferung ihrer Boeing 787-9 mit der neuen Allegris-Kabine bald starten kann. Doch es fehlte die Zertifizierung von vielen Business-Class-Sitzen vom Hersteller Collins durch die Luftfahrtbehörde FAA. Und so gab es immer wieder Verspätungen. Ende Juli sprach Lufthansa-Chef Carsten Spohr von der «Auslieferung der ersten Maschine im September». Und dieses Mal gelingt sie - sogar etwas früher.
Von Freitag auf Samstag (29./30. August) wird Lufthansa die Boeing 787-9 mit dem Kennzeichen D-ABPF und dem Taufnamen Frankfurt am Main vom Boeing Delivery Center in Everett bei Seattle nach Frankfurt fliegen. Die Flugnummer lautet LH9789.
Die Auslieferung gelingt nun, weil Lufthansa auf die fehlenden Sitz-Zertifizierungen nicht mehr warten wollte. Sie entschied sich dafür, mit etlichen geblockten Business-Class-Sitzen zu starten. Die ersten Boeing 787-9 mit Allegris-Kabine würden «auf jeden Fall noch geblockte Business-Class-Sitze haben», sagte Spohr Ende Juli. Die Aussage von Collins und der FAA sei, «dieses Jahr noch die Zertifizierung für alle Sitze hinzubekommen, aber bestimmt nicht rechtzeitig für die Auslieferung der ersten Maschine im September».
Insgesamt will Lufthansa vor Jahresende zehn Allegris-Dreamliner nach Deutschland holen. Dabei können es sein, «dass auch schon einige - nämlich die letzten, die dieses Jahr kommen - auch schon voll zertifiziert kommen», so Spohr, «und dann nach und nach die Zertifizierung für die Flugzeuge, die mit geblockten Sitzen unterwegs sind, erfolgt».
Die erste Route im Betrieb wird Frankfurt - Montreal sein, vorerst mit vielen geblockten Business-Class-Sitzen. «Die Idee ist, das Flugzeug auf dieser Strecke einzufliegen», erklärte der Lufthansa-Konzernchef. Zusätzlich werde eine der aktuellen Boeing 787-9 ohne Allegris-Kabine im Inland eingesetzt fürs Training der Dreamliner-Pilotinnen und -Piloten.
Lufthansa betreibt aktuell fünf Boeing 787-9, die eine angepasste Hainan-Airlines-Kabine haben. Denn für die chinesische Fluglinie waren diese Jets ursprünglich bestimmt. In Zukunft sollen sie zu Lufthansa-Group-Tochter Austrian Airlines wechseln. Insgesamt erwartet die Lufthansa-Gruppe 34 neue Boeing 787-9, von den fünf ebenfalls an Austrian gehen.