Noch am vergangenen Sonntag war er für knapp 60 Millionen Menschen der Hoffnungsträger. So viele Brasilianerinnen und Brasilianer hatten Flávio Bolsonaro in der Stichwahl um das Präsidentenamt gewählt. Gereicht hat es nicht, Amtsinhaber Lula gewann mit 51,7 Prozent oder einem Plus mehr als vier Millionen Stimmen. Kurz darauf ordnete der Oberste Gerichtshof an, dass der Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro seine Pässe bei der Bundespolizei abgeben muss und Brasilien nicht verlassen darf. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Geldwäsche, Korruption und Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.
Daran gehalten hat sich Bolsonaro nicht. Laut der argentinischen Migrationsbehörde überquerten er, seine Frau Fernanda und die Töchter Carolina und Luiza am Dienstagabend um 22:50 Uhr brasilianischer Zeit die Grenze nach Argentinien. Sie nahmen die Ponte Internacional Tancredo Neves bei Puerto Iguazú, das am Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay liegt. Rund 40 Minuten später stiegen die vier in einen Privatjet.
Baires Fly aus Argentinien brachte Bolsonaro in die USA
Am Flughafen Cataratas del Iguazú stand bereits eine Gulfstream G400 bereit. Der Businessjet mit dem Kennzeichen LV-JQW war schon am Montagabend (26. Oktober) aus Buenos Aires gekommen und um 23:41 Uhr gelandet, wie Daten von Airnav Radar zeigen. Infobae hatte als Erstes über den Jet berichtet.
Betreiberin ist die argentinische Charterfirma Baires Fly. Sie fliegt regelmäßig Politiker und Manager. Argentiniens Präsident Javier Milei nutzte die Firma im November 2023 für seine erste Auslandsreise nach dem Wahlsieg, berichtete damals die Zeitung La Nacion. Die brasilianische Bundespolizei hatte die Gulfstream G400 bereits länger beobachtet. Doch die argentinischen Kolleginnen und Kollegen unterstützten ihr Begehren nicht, den Start zu verhindern. Argentiniens Regierung hat die Niederlage von Bolsonaro bisher nicht anerkannt.
Zwischenstopp in Ecudaor
Laut dem Luftfahrtdatenportal CH Aviation hat die Charterfirma derzeit acht Flugzeuge im Einsatz: fünf Learjet 60, einen Learjet 35, eine Gulfstream V und die Gulfstream G400. Im Schnitt ist die Flotte 33 Jahre alt, der älteste Jet ist der Learjet 35 mit 51 Jahren. Die LV-JQW ist mit 22,5 Jahren das jüngste Flugzeug von Baires Fly und bietet Platz für 14 Passagiere.
Um 0:22 Uhr Ortszeit hob die LV-JQW in der Nacht auf Mittwoch in Puerto Iguazú ab. Direkt in die USA ging es nicht. Nach 5 Stunden und 23 Minuten landete sie um 3:45 Uhr Ortszeit zunächst in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors. Warum er dort zwischenlandete, ist offiziell nicht bekannt. 36 Minuten später hob der Jet um 4:21 Uhr Ortszeit wieder ab. Nach vier Stunden und einer Minute landete die LV-JQW um 9:23 Uhr Ortszeit am Miami-Opa Locka Executive Airport nördlich von Miami.Dort stieg Bolsonaro aus.
USA unterstützen Einreise von Bolsonaro
In den USA lebt bereits sein Bruder Eduardo Bolsonaro, seit Februar 2025 in Southlake bei Dallas. Auch Donald Trump machte den Weg frei. Der US-Präsident hatte am Dienstagabend erklärt, er habe nichts gegen eine Einreise Bolsonaros. Das US-Außenministerium bestätigte, dass es dem Ex-Politiker und seiner Familie Visa ausstellen werde.
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