Remain-Kostüm von Michael O'Leary: Verkleiden brachte nichts, der Brexit kommt. Den Anzug des Ryanair-Chefs gibts nun auf Ebay zu kaufen.

Iata-StudieWeniger Passagiere und Fracht wegen Brexit

Der Weltluftfahrtverband Iata hat in einer Studie berechnet, wie sich der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU auf die britische Luftfahrt auswirken dürfte. Es sieht nicht gut aus.

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Auf der ganzen Welt stürzten nach dem Brexit-Votum der Briten die Börsenkurse. Und das ist erst der Anfang. Die ökonomischen Auswirkungen auf das Vereinigte Königreich und den Rest der Welt werden noch lange Zeit spürbar sein – nicht zuletzt, wenn nach dem Austritt tatsächlich die Geschäftsaktivitäten zwischen den Briten und der EU zurückgehen. Das wird aber allgemein erwartet und wird auch die Luftfahrt treffen. Das zeigt eine Studie des Weltluftfahrtverbands Iata.

Laut einer Schätzung der OECD könnten die Außenhandelsvolumen Großbritanniens bis zum Jahr 2030 in Folge des Brexit um 10 bis 20 Prozent zurückgehen. Das dürfte sich, so die Iata, auch auf den Luftfrachtmarkt negativ auswirken. Genaue Zahlen könne man aber noch nicht nennen.

Passagierzahlen gehen zurück

Deutlicher wird der Verband bei den Passagierzahlen. Die Zahl der Reisenden aus dem Vereinigten Königreich, so die Schätzung der Iata, dürften bis 2020 um 3 bis 5 Prozent zurückgehen. Das wird auch nicht dadurch ausgeglichen, dass durch ein schwächeres Pfund möglicherweise mehr Passagiere auf die Insel fliegen. Der Anteil der wegfliegenden Passagiere ist größer als die der ankommenden und der Gesamteffekt daher negativ.

Laut dem Iata-Bericht ist es nun entscheidend, dass die Briten mit der EU schnell eine gemeinsame Lösung für den Luftverkehr finden. 49 Prozent aller Passagiere aus dem Vereinigten Königreich reisen zu EU-Destinationen. Der Zutritt zu diesem riesigen Markt ist in Gefahr, sollten die Briten den Zugang zur European Common Aviation Area (ECAA) verlieren. Ob sie den Zugang behalten, hängt nun davon ab, welche Zugeständnisse die Briten gegenüber der EU machen.

Auch mit anderen Ländern neue Abkommen aushandeln

Wie wichtig das ist, realisieren auch die Airlines.  «Wir haben heute in Schreiben an die Regierung des Vereinigten Königreichs und die Europäische Kommission darum gebeten, den Verbleib des Vereinigten Königreichs im EU-Luftverkehrsbinnenmarkt, aufgrund seiner Bedeutung für Wirtschaft und Verbraucher, zu priorisieren», sagte etwa Easyjet-Chefin Carolyn McCall nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses. Doch die EU stellt dazu sicherlich Forderungen - etwa den freien Personenverkehr. Genau den wollen die Briten aber nicht.

Nicht nur mit der EU müssen neue Abkommen ausgehandelt werden. EU-Mitgliedstaaten profitieren auch von zahlreichen Abkommen, welche die Staatengemeinschaft vertretend für ihre Mitglieder ausgehandelt hat. Das wohl bekannteste Beispiel davon ist das Open-Skies-Abkommen zwischen der EU und den USA. Nach dem Austritt kommen zahlreiche neue Verhandlungen genau solcher Abkommen auf die Briten zu.

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