Ingenieur und ausgeflottetes Flugzeug: Der Prozess ist streng reguliert.

Verkauf von FlugzeugteilenWarum aus dem Finnair-A319 keine Sammlerstücke werden

Finnair erhielt mehrere Anfragen, ob man Teile ihres ausgeflotteten Airbus A319 kaufen könne. Nun redet die Airline Klartext – und erklärt, was mit dem Flieger passiert.

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Sie werden zu Hotels, Restaurants, Dekorationsstücken oder Museumsexponaten. Nicht immer verbringen Flugzeuge ihre letzten Tage auf einem Flugzeugfriedhof oder werden ausgeschlachtet. Einige erhalten einen neuen Lebenszweck.

Nicht so bei Finnair. Man habe viele Anfragen erhalten, ob Teile eines Jets, der vor Kurzem die Flotte verließ, erworben werden können, so die Fluggesellschaft. Das sei aber leider nicht möglich. Der Airbus A319 mit dem Kennzeichen OH-LVB wird erstmals in Helsinki zerlegt und recycelt.

Luftfahrtbehörde verbietet Verkauf von Flugzeugteilen

Doch nicht nur deshalb will und kann Finnair die Teile nicht verkaufen. «Die Demontage von Flugzeugteilen und deren Außerbetriebnahme in der Luftfahrt wird in Finnland streng kontrolliert und geregelt», schreibt die Fluggesellschaft. Der Verkauf von Flugzeugteilen sei von der lokalen Luftfahrtbehörde Traficom verboten.

Die Luftfahrtbehörde wolle sicherstellen, dass Flugzeugteile nicht in die falschen Hände geraten – oder in Flugzeuge, die noch im Einsatz sind. Zwar habe man die Möglichkeit, Teile nach strengen Regeln an darauf spezialisierte Unternehmen zu verkaufen. Doch das sei im Fall des Airbus A319 keine Option.

«Keine Änderungen in letzter Minute»

«Der Zeitplan für das Projekt ist eng und lässt keine Änderungen in letzter Minute zu», so Finnair. Die Demontage hat bereits im Februar am Flughafen Helsinki begonnen. «Und unser Partner strebt an, seine Arbeit Ende März oder Anfang April abzuschließen.»

Rund 2000 Teile des Airbus A319 können nach gründlicher Inspektion wieder verwertet werden  – etwa Triebwerke, Fahrwerke, das Hilfstriebwerk (im Jargon: APU) und die Avionik. Auch kleinere Elemente wie Sitzbezüge oder Kabinenvorhänge, könnten wiederverwendet werden, teilt Finnair mit.

90 bis 95 Prozent recycelbar

Nach dem Ausbau der wiederverwertbaren Bauteile werden Kunststoff und Metall von der Elektronik getrennt, und auch diese Materialien werden recycelt. Das und viele andere Bauteile können in der Industrie als Rohmaterial verwendet werden. Etwa 90 bis 95  Prozent der Teile und Komponenten des Airbus A319 seien recycel- oder wiederverwertbar, teil Finnair mit. Bei neueren Flugzeugen seien es sogar bis zu 98 Prozent.

Für die enttäuschten potenziellen Flugzeugkäufer gibt es übrigens dennoch zumindest ein Fünkchen Hoffnung. Ob es bei anderen Flugzeugen anders aussehen werde, sei noch offen. Man treffe die Entscheidung für jeden Jet individuell.

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