Der Airbus A310 steht im 4000 Quadratmeter großen Hangar der Firma German Aircraft Maintenance am Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Ende eines JetsSo werden aus einem Airbus A310 Cola-Dosen

Am Flughafen Paderborn/Lippstadt baut eine Wartungsfirma einen Passagierjet auseinander. Die Einzelteile sollen verkauft oder recycelt werden.

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Aus einem Flugzeug werden Einzelteile: Die Firma German Aircraft Maintenance zerlegt zurzeit am Flughafen Paderborn/Lippstadt einen Airbus A310. Auftraggeber ist das Schweizer Unternehmen Aero-Sky. Im Mai führten die Techniker im ehemaligen Air-Berlin-Hangar zuerst Funktionstests durch. So erfuhren sie, welche Teile neu zertifiziert und verkauft werden können. Dann wurden Schadstoffe wie Hydraulikflüssigkeiten entfernt.

Mittlerweile ist German Aircraft Maintenance mit dem Ausbau der teuren Komponenten beschäftigt. «Das sind die Triebwerke, die Avionik, die Instrumente und zuletzt schließlich das Fahrwerk», erklärt Betriebschef Jörg Maron. Am Donnerstag (7. Juni) wurde das rechte Triebwerk vom Typ CF6 von General Electric heruntergelassen. Das linke ist bereits abmontiert. Jeder der beiden Motoren wiegt rund 4,5 Tonnen und hat laut Marons Schätzung einen Wiederverkaufswert von rund 1,5 Millionen Dollar.

35 bis 40 Tonnen Aluminium

Für den Verkauf ist Aero-Sky zuständig, während die deutsche Firma den Flieger lediglich auseinanderbaut und brauchbare Teile zertifiziert. Sie rechnet damit, am Ende auf mehr als 1000 funktionstüchtige Einzelteile zu kommen. «Irgendwann ist dann nur noch die Zelle da und der Entsorger kommt mit dem großen Bagger», sagt Maron. «Ich gehe davon aus, dass wir den Großteil davon in Form von Cola-Dosen wiedersehen», so der Betriebschef mit einem Lächeln. Er rechnet damit, dass von dem Airbus A310 rund 35 bis 40 Tonnen Aluminium übrig bleiben. Der Preis pro Tonne liegt zurzeit etwa bei 2000 Euro.

Für das Unternehmen, das sich auf Wartung spezialisiert hat, ist das Recycling des etwa 25 Jahren alten Airbus der erste Auftrag dieser Art. Wer der letzte Betreiber des Flugzeuges war, verraten German Aircraft Maintenance und Aero-Sky nicht. aeroTELEGRAPH weiß jedoch, dass der Jet für zwei Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten im Einsatz war.

Jet-Zerlegung auch in Enschede

Auch andere Firmen bieten an, Flieger zu zerlegen und die Einzelteile wiederzuverwerten. So hat beispielsweise die niederländische AELS zuletzt eine Boeing 747 von KLM und einen Airbus A340 von Air France zur Demontierung in Enschede erhalten.

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