Boeing 787 von Lufthansa: Die Airline ist defizitär.

Erstmals konkrete ZahlenSo hoch ist der Verlust bei Lufthansa Groups größter Airline wirklich

Lufthansa Group warnt vor zusätzlichen Kosten: Schon jetzt sei die Kern-Fluggesellschaft hochdefizitär. Erstmals nennt die Führung auch konkrete Zahlen. Doch das Cockpitpersonal fordert Nachbesserungen bei der Altersvorsorge – und droht mit Streik.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Allroundmitarbeiter Luftfahrzeug (a) Flugzeugmontage/-unterhalt

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs

Bei der deutschen Nationalairline droht wieder ein Streik der Pilotinnen und Piloten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Weichen dafür gestellt und eine Urabstimmung unter den rund 4800 Pilotinnen und Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo eingeleitet. Bis zum 30. September läuft die Abstimmung.

«Wenn wir in den sieben Verhandlungsrunden auch nur irgendein Anzeichen gesehen hätten, dass die Gespräche mit der Lufthansa zu einem Ergebnis führen könnten, hätte die Tarifkommission die Verhandlungen nicht für gescheitert erklärt», erklärte Vereinigung Cockpit-Vizepräsidentin Katharina Dieseldorff. Stattdessen habe die Lufthansa-Führung «kein Angebot auf den Tisch gelegt, das auf unsere Forderungen auch nur ansatzweise eingeht».

Vereinigung Cockpit will Verbesserungen bei Altersvorsorge

Im Zentrum steht die betriebliche Altersversorgung. Die Gewerkschaft kritisiert, Lufthansa habe die Risikoanteile schon 2017 einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt. Nun fordern die Pilotinnen und Piloten Nachbesserungen. Lufthansa Airlines-Chef Jens Ritter hält die Forderungen der Gewerkschaft allerdings für untragbar, so der Manager in einem internen Interviewformat, das aeroTELEGRAPH vorliegt: Sie würden die Vorsorgekosten auf 228 Millionen Euro jährlich steigern, «mehr als eine Verdoppelung». Das sei für Lufthansa schlicht «nicht bezahlbar».

Dass es der Kranich-Airline derzeit tatsächlich schlecht geht, belegte Ritter im internen Gespräch erstmals auch mit Zahlen. Allein Lufthansa Classic - das ist nur die originale Fluglinie selbst - habe im ersten Halbjahr 2025 ein Minus von 274 Millionen Euro eingeflogen. Der gesamte Konzernbereich Lufthansa Airlines lag bei minus 307 Millionen Euro. Dazu gehören neben Cityline und City Airlines auch die Ferienairline Discover und Air Dolomiti. «Ohne strukturelle Veränderungen werden für den Lufthansa Airlines und damit auch für Lufthansa Perspektiven nicht möglich sein», so Ritter.

Rechnet Lufthansa sich extra schlecht?

Vorwürfe, dass man Lufthansa Classic zugunsten der anderen Airlines im Teilkonzern schlechtrechne, indem man höhere Kosten bei der größten Airline verbuche, weist Ritter zurück. «Die Rechnungslegung und die Finanzberichterstattung vonc Lufthansa Group unterliegen strengen Regularien, deren Einhaltung regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsinstanzen kontrolliert und auch testiert wird», so der Manager. «Zudem hätte niemand einen Vorteil, Lufthansa Classic schlecht darzustellen. Im Gegenteil, wir sind der Kern der Gruppe, die größte und wichtigste Airline.»

Auch Konzernchef Carsten Spohr sagte erst kürzlich: «Der Kostennachteil von Lufthansa Airlines ist so groß, dass Wachstum derzeit woanders stattfindet.» Auch die guten Ergebnisse anderer Konzernschwestern würden da nicht helfen. «Wenn die Lufthansa Airline nicht funktioniert, werden wir es am Ende auch mit dem Billionaires Club oder mit ITA oder Swiss nicht retten», so der Lufthansa-Group-Chef. Mit Billionaires Club bezieht sich Spohr auf Eurowings, Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik. Sie lieferten zusammen rund eine Milliarde Euro Vorsteuergewinn.

Lufthansa: 59 neue Langstreckenjets kann man sich «nicht leisten»

Die Stimmung wird zusätzlich durch den Dauerstreit um die neuen Konzernairlines City Airlines und Discover angeheizt, die teils zu günstigeren Bedingungen arbeiten. Vereinigung Cockpit und auch die Kabinengewerkschaft Ufo sehen darin einen schleichenden Abfluss von Flugzeugen und Jobs aus der Kernmarke.

Ritter dagegen verweist auf die Investitionen: Bis 2028 sollen 59 neue Langstreckenflugzeuge zu Lufthansa stoßen «Derzeit können wir uns das nicht leisten», so Ritter.

Unabhängiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat lesen Sie werbefrei – und helfen, dass wir weiter kritisch und fundiert berichten können. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Boeing 787 von Austrian Airlines: Die Flotte wird wachsen.

Austrian Airlines muss auf dritten Dreamliner warten

ticker-lufthansa

Lufthansa veröffentlicht Sonderflugplan für Pilotenstreik

ticker-lufthansa

Lufthansa kritisiert Streikaufruf der Pilotinnen und Piloten

ticker-lufthansa

Discover und Lufthansa City sollen während Streik zusätzliche Flüge für Lufthansa übernehmen

Video

united airlines boeing 787 9 elevated relax row
Mehr Platz zum Liegen in der Economy: United Airlines führt ab 2027 Sitzreihen ein, die sich in eine Schlafcouch verwandeln lassen. Die amerikanische Fluggesellschaft folgt damit einem Konzept, das andere Airlines bereits vorgemacht haben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
crj900 laguardia ntsb
Das Cockpit wurde völlig zerstört, die Piloten der Bombardier CRJ900 von Air Canada überlebten den Zusammenstoß mit einem Feuerwehrtruck nicht. Die Funkaufzeichnungen dokumentieren die dramatischen Momente vor dem Unglück.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
la guardia crj 900 air canada express
Am Flughafen LaGuardia in New York ist eine Bombardier CRJ900 von Air Canada nach der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Die beiden Piloten kamen ums Leben.
Timo Nowack
Timo Nowack