Boeing 787 von Lufthansa: Die Airline ist defizitär.

Erstmals konkrete ZahlenSo hoch ist der Verlust bei Lufthansa Groups größter Airline wirklich

Lufthansa Group warnt vor zusätzlichen Kosten: Schon jetzt sei die Kern-Fluggesellschaft hochdefizitär. Erstmals nennt die Führung auch konkrete Zahlen. Doch das Cockpitpersonal fordert Nachbesserungen bei der Altersvorsorge – und droht mit Streik.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Bei der deutschen Nationalairline droht wieder ein Streik der Pilotinnen und Piloten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Weichen dafür gestellt und eine Urabstimmung unter den rund 4800 Pilotinnen und Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo eingeleitet. Bis zum 30. September läuft die Abstimmung.

«Wenn wir in den sieben Verhandlungsrunden auch nur irgendein Anzeichen gesehen hätten, dass die Gespräche mit der Lufthansa zu einem Ergebnis führen könnten, hätte die Tarifkommission die Verhandlungen nicht für gescheitert erklärt», erklärte Vereinigung Cockpit-Vizepräsidentin Katharina Dieseldorff. Stattdessen habe die Lufthansa-Führung «kein Angebot auf den Tisch gelegt, das auf unsere Forderungen auch nur ansatzweise eingeht».

Vereinigung Cockpit will Verbesserungen bei Altersvorsorge

Im Zentrum steht die betriebliche Altersversorgung. Die Gewerkschaft kritisiert, Lufthansa habe die Risikoanteile schon 2017 einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt. Nun fordern die Pilotinnen und Piloten Nachbesserungen. Lufthansa Airlines-Chef Jens Ritter hält die Forderungen der Gewerkschaft allerdings für untragbar, so der Manager in einem internen Interviewformat, das aeroTELEGRAPH vorliegt: Sie würden die Vorsorgekosten auf 228 Millionen Euro jährlich steigern, «mehr als eine Verdoppelung». Das sei für Lufthansa schlicht «nicht bezahlbar».

Dass es der Kranich-Airline derzeit tatsächlich schlecht geht, belegte Ritter im internen Gespräch erstmals auch mit Zahlen. Allein Lufthansa Classic - das ist nur die originale Fluglinie selbst - habe im ersten Halbjahr 2025 ein Minus von 274 Millionen Euro eingeflogen. Der gesamte Konzernbereich Lufthansa Airlines lag bei minus 307 Millionen Euro. Dazu gehören neben Cityline und City Airlines auch die Ferienairline Discover und Air Dolomiti. «Ohne strukturelle Veränderungen werden für den Lufthansa Airlines und damit auch für Lufthansa Perspektiven nicht möglich sein», so Ritter.

Rechnet Lufthansa sich extra schlecht?

Vorwürfe, dass man Lufthansa Classic zugunsten der anderen Airlines im Teilkonzern schlechtrechne, indem man höhere Kosten bei der größten Airline verbuche, weist Ritter zurück. «Die Rechnungslegung und die Finanzberichterstattung vonc Lufthansa Group unterliegen strengen Regularien, deren Einhaltung regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsinstanzen kontrolliert und auch testiert wird», so der Manager. «Zudem hätte niemand einen Vorteil, Lufthansa Classic schlecht darzustellen. Im Gegenteil, wir sind der Kern der Gruppe, die größte und wichtigste Airline.»

Auch Konzernchef Carsten Spohr sagte erst kürzlich: «Der Kostennachteil von Lufthansa Airlines ist so groß, dass Wachstum derzeit woanders stattfindet.» Auch die guten Ergebnisse anderer Konzernschwestern würden da nicht helfen. «Wenn die Lufthansa Airline nicht funktioniert, werden wir es am Ende auch mit dem Billionaires Club oder mit ITA oder Swiss nicht retten», so der Lufthansa-Group-Chef. Mit Billionaires Club bezieht sich Spohr auf Eurowings, Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik. Sie lieferten zusammen rund eine Milliarde Euro Vorsteuergewinn.

Lufthansa: 59 neue Langstreckenjets kann man sich «nicht leisten»

Die Stimmung wird zusätzlich durch den Dauerstreit um die neuen Konzernairlines City Airlines und Discover angeheizt, die teils zu günstigeren Bedingungen arbeiten. Vereinigung Cockpit und auch die Kabinengewerkschaft Ufo sehen darin einen schleichenden Abfluss von Flugzeugen und Jobs aus der Kernmarke.

Ritter dagegen verweist auf die Investitionen: Bis 2028 sollen 59 neue Langstreckenflugzeuge zu Lufthansa stoßen «Derzeit können wir uns das nicht leisten», so Ritter.

Unabhängiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat lesen Sie werbefrei – und helfen, dass wir weiter kritisch und fundiert berichten können. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Sitz in der Business Class eines Airbus A320 von Lufthansa: Wer ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen.

Wer bei Lufthansa, Austrian, Swiss und Co. ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen

Der erste Airbus A350-1000 von Lufthansa: Soll ab Ende Oktober im regulären Einsatz stehen.

Lufthansas erster Airbus A350-1000: Konfiguration, geplanter Starttermin und erste mögliche Ziele

ticker-lufthansa

Lufthansa, Austrian Airlines und ITA Airways nehmen Flüge nach Riyadh und Amman wieder auf

Bordservice Project Fox: Bei Lufthansa werden die Komponenten nun getrennt erhitzt.

Mehr Gourmet, weniger Toilette: Neuer Lufthansa-Bordservice hat gesperrtes WC zur Folge

Video

De Havilland Canada Dash 8-400 von Air Uniqon: Die Flüge werden von Avanti Air durchgeführt.
Die Erwartungen waren groß, die Nachfrage offenbar zu klein. Air Uniqon hat ihre Verbindung zwischen Friedrichshafen und Düsseldorf nach gut einem halben Jahr eingestellt. Für die virtuelle deutsche Airline wird nun der Winter zur entscheidenden Bewährungsprobe.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack