Bordservice Project Fox: Bei Lufthansa werden die Komponenten nun getrennt erhitzt.

In Boeing 787Mehr Gourmet, weniger Toilette: Neuer Lufthansa-Bordservice hat gesperrtes WC zur Folge

Mit Project Fox will Lufthansa den Langstreckenservice grundlegend verbessern. Doch ausgerechnet in der Boeing 787 bringt das neue Konzept zunächst ein unerwartetes Problem mit sich: Während der Essensvorbereitung werden Toiletten in der Business Class gesperrt.

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Lufthansa verspricht nichts Geringeres als die «größte Veränderung des Langstreckenservices in ihrer Geschichte». Mit dem Project Fox will die deutsche Fluggesellschaft ihr Angebot massiv verbessern. Die Buchstaben stehen für Future Onboard Experience. Doch der aufwändigere Service hat Nebenwirkungen. Wie aeroTELEGRAPH erfahren hat, kommt es in der Boeing 787 während der Vorbereitung des ersten Essensservices zu Einschränkungen bei den Toiletten in der Business Class.

Der Grund liegt hinter dem Vorhang. Anders als bisher bereitet die Kabinenbesatzung zahlreiche Bestandteile der Mahlzeiten erst an Bord zu. Fleisch und Beilagen werden getrennt erhitzt, die Gerichte aufwändiger angerichtet und insgesamt persönlicher serviert. Dafür benötigen die Crews deutlich mehr Platz und Zeit als bisher. Die Bordküchen in den Dreamlinern bieten dafür aber offenbar nicht genug Raum. Zumindest dann, wenn Reisende sich auch noch am Kabinenpersonal vorbeidrängen müssen, weil sie das WC aufsuchen.

Genügend Platz für Lufthansa-Crews - bei gesperrter Toilette

Wie aeroTELEGRAPH von mehreren Crewmitgliedern und auch von Reisenden erfahren hat, hat man dafür eine pragmatische Lösung gefunden: Die Toiletten werden für den Zeitraum des Service geschlossen. Betroffene Passagiere berichteten, in mindestens zwei Fällen während dieser Zeit keinen Zugang zu den Waschräumen gehabt zu haben.

Lufthansa bestätigt Einschränkungen grundsätzlich, widerspricht aber der Darstellung, dass alle Toiletten gleichzeitig geschlossen würden. Wie die Fluglinie mitteilt, werde «bei wenigen Flugzeugmustern – darunter die Boeing 787 – während der Vorbereitung des ersten Services eine der beiden Toiletten in der Business Class gesperrt.» Dadurch erhalte die Crew ausreichend Platz für die Vorbereitungen.

Küchen im Dreamliner bieten weniger Platz als A350

«Zu keinem Zeitpunkt werden beide Toiletten gleichzeitig gesperrt, sodass der Zugang für unsere Business-Class-Gäste jederzeit möglich ist», erklärt eine Sprecherin von Lufthansa. Beschwerden von Gästen zu diesem Thema lägen nicht vor, das Feedback zum neuen Bordservice sei insgesamt «äußerst positiv». Möglich ist, dass die freien Toiletten in den aeroTELEGRAPH bekannten Fällen hinter den Plätzen der Reisenden lagen und daher nicht im Sichtfeld.

Dass ausgerechnet die Boeing 787 betroffen ist, dürfte mit der Anordnung der Bordküchen zusammenhängen. Dort ist der Platz in den Galleys knapper als bei anderen Langstreckenfliegern wie dem Airbus A350, während Project Fox den Arbeitsaufwand der Kabinencrews deutlich erhöht. Der neue Bordservice wird derzeit schrittweise auf der Langstrecke eingeführt.

Mehr Frische, mehr Aufwand bei Lufthansa Project Fox

In der Business Class setzt Lufthansa künftig auf frischere Komponenten, aufwändiger angerichtete Speisen und mehr Individualisierung. In der Economy gibt es künftig drei warme Menüs zur Auswahl, während die Premium Economy ebenfalls aufgewertet wird. Das Konzept gilt unabhängig davon, ob ein Flugzeug bereits mit der neuen Allegris-Kabine ausgestattet ist oder nicht.

Für Lufthansa ist Fox eines der größten Umbauprojekte der vergangenen Jahre. Millionen Serviceartikel werden ausgetauscht und die Abläufe an Bord komplett neu organisiert. Dass ein solch umfassender Umbau anfangs auch praktische Herausforderungen mit sich bringt, ist klar, die Einführung erfolgt schließlich am lebenden Objekt. Und das zeigt sich nun ausgerechnet beim Gang zur Toilette.

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