Wizz-Air-Flugbegleiterin: Die Airline gewinnt dank mehr Sitzplätzen.

KostenanalyseSiegt Wizz Air dank Airbus A321 Neo über Ryanair?

Wer an Billigairlines denkt, denkt schnell an Ryanair. Doch die ungarische Konkurrentin Wizz Air hat in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, glauben Analysten.

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Wirklich gut geht es momentan keiner Fluggesellschaft, besonders nicht in Europa. Laufend ändernde Reisebeschränkungen durch Quarantänepflichten sorgen dafür, dass kaum jemand mehr einen Flug bucht. Große Teile der Flotten bleiben daher im Winter wieder am Boden. Die Branche durchlebt eine tiefe Krise.

Doch einigen geht es momentan besser als anderen. Und das hat viel damit zu tun, wie die Kostenstruktur der Airline aussieht. Und genau da hat Wizz Air einen Vorteil und könnte als eine der stärksten Anbieter aus der Krise hervorgehen.

Große Airlines brauchten mehr Staatshilfe

Viele Netzwerkairlines mit vollem Serviceangebot leiden infolge der Corona-Krise an Liquiditätsproblemen. Denn nur wer fliegt, verdient Geld. Und geflogen wurde und wird nicht viel. Im Vorteil war also, wer die geringsten Kosten hatte: die Billigairlines.

Während die Liquiditätspolster bei Air France, British Airways oder Lufthansa laut einer Analyse von Bernstein Research angesichts des massiven Mittelabflusses nur wenige Wochen reichten, waren es bei den Lowcost-Airlines deutlich mehr. Am längsten hätte Wizz Air durchgehalten. Es verwundert deshalb nicht, dass vor allem die großen Fluggesellschaften Staatshilfe in Anspruch nehmen mussten.

Ryanair gibt mehr für Löhne und Marketing aus

In einer aktuellen Analyse gehen die Experten von Bernstein Research darauf ein. Und dabei zeigt sich: Wizz Air, so ihre Prognose, wird in den 2020er-Jahren die Billigairline mit der niedrigsten Kostenbasis bleiben. Das verschaffe der ungarischen Fluglinie einen entscheidenden Vorteil gegenüber der bisherigen Lowcost-Königin Ryanair.

Bernstein hat verglichen, wofür die Fluglinien wie viel Geld ausgeben. Während Ryanair mehr Geld für Löhne, Treibstoff und Marketing ausgibt, sind Wizz Airs Kosten bei der Flotte und Wartung höher als die der irischen Konkurrenz. Doch das zahlt sich offenbar aus. Denn genau die Wahl der Flieger ist es, die die Ungarn laut Bernstein zu  Siegern macht.

Bahnbrechender Airbus A321 Neo

Der Schlüssel sei der Airbus A321 Neo, der in den 20er-Jahren einen großen Teil der Wizz-Flotte ausmachen werde, so die Experten. Der Jet sei bahnbrechend (im englischen Original: ein wahrer game changer), schreibt Bernstein. Das Analysehaus mokiert sich damit über Ryanair. Die Fluggesellschaft bezeichnete die Boeing 737 Max 8 in der Werbung als Game Changer, weil in ihr 197 Passagiere Platz finden, acht mehr als in den bisherigen Boeing 737 der Airline.

Doch in den A321 Neo passen eben noch mehr Reisende: 239 Passagiere. Die Stückkosten seien bei Wizz Air daher deutlich geringer, so Bernstein.

Deutlich tiefere Stückkosten

Ausgerechnet wurde das anhand einer fiktiven 1500-Kilometer-Route, auf der die Flieger mit den aktuellen Restkosten der Fluglinien gegeneinander antraten. Das Ergebnis: Die Kosten von Wizz Air lagen 10 Prozent unter denen von Ryanair mit der Max-8-Variante Max 200. Verglichen mit Easyjet und dem Airbus A320 Neo waren es sogar 25 Prozent. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass auch Wizz Air mit der kleineren Variante A320 Neo fliegen wird.

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