Airbus A340-300 von Lufthansa: Wird er vorerst zu Boden beordert?

Wegen Iran-KriegLufthansa prüft Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen

Steigende Kerosinpreise und unsichere Nachfrage setzen Lufthansa Group unter Druck. Der Konzern prüft deshalb, Teile seiner Flotte vorübergehend stillzulegen – und stellt sich auf weniger Flüge und höhere Ticketpreise ein.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Der Krieg im Nahen Osten trifft nun auch Lufthansa Group spürbar und zwingt den Konzern zu ersten Maßnahmen. So wird intern geprüft, Flugzeuge am Boden zu lassen, um auf steigende Kosten und eine unsicherere Nachfrage zu reagieren, berichtet das Handelsblatt.

Konkret geht es zunächst um rund 20 Flugzeuge, die vorübergehend stillgelegt werden könnten. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, hält der Konzern sogar bis zu 40 Maschinen für möglich. Betroffen wären vor allem ältere Jets, die ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. Insgesamt entspräche das einer Reduktion der Kapazität um etwa 2,5 Prozent, hieß es in einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterveranstaltung, der die Zeitung beiwohnte.

Treibstoffpreise setzen Lufthansa unter Druck

Treiber dieser Überlegungen sei vor allem der massive Anstieg der Treibstoffpreise, erklärte Lufthansa demnach gegenüber ihren Mitarbeitenden. Zwar habe die Gruppe den Großteil ihres Kerosinbedarfs abgesichert. Doch der nicht geschützte Anteil schlage immer noch mit rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlichen Kosten zu Buche. Gleichzeitig steigen die operativen Aufwände, weil Flugzeuge Umwege fliegen müssen und länger unterwegs sind.

Kurzfristig profitiert Lufthansa sogar von der Situation. Weil wichtige Drehkreuze am Golf nur eingeschränkt funktionieren, weichen Fluggäste vermehrt auf Direktverbindungen aus Europa aus. Der Konzern hat darauf reagiert und zusätzliche Flüge ins Programm genommen.

ITA Airways will einige Airbus A321 Neo am Boden lassen

Doch dieser Effekt dürfte nicht anhalten. Denn die steigenden Kosten werden an die Kundinnen und Kunden weitergegeben und das könnte mittel- bis langfristig die Nachfrage dämpfen. Die Branche stellt sich bereits darauf ein, dass weniger Menschen reisen werden.

Während das Handelsblatt aus der Lufthansa-Veranstaltung keine konkreten Flugzeugmodelle nennt, ist es bei Beteiligung ITA Airways anders. Deren Chef Jörg Eberhart sagte in einem Interview gerade, der Airbus A321 Neo sei «für bestimmte Märkte gedacht, von denen viele schwach oder schwer erreichbar sind.» Aufgrund der begrenzten Einsatzmöglichkeit sei eine kleine Flotte nicht effizient. «Wir werden möglicherweise einige Flugzeuge vorübergehend stilllegen und ihre Triebwerke für andere nutzen», so Eberhart.

Neue Realität im Luftfahrtmarkt zeichnet sich ab

Die Entwicklung zeigt sich auch bei anderen Airlines. Einige reduzieren bereits ihr Angebot, vor allem auf weniger nachgefragten Strecken oder an schwächeren Tagen. Der Markt passt sich an eine neue Realität an: weniger Kapazität, höhere Preise und ein deutlich schwieriger planbares Umfeld.

Wir lieben Flugzeuge – und guten Journalismus. Unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren recherchiert, prüft, erklärt. Unterstützen Sie uns für weniger als einen Cappuccino im Monat – und lesen Sie aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker lufthansa group

Black Rock stockt bei Lufthansa weiter auf

ticker lufthansa group

Lufthansa Group, Air France-KLM, Qatar Airways und Co. dabei: Iata-Allianz zur Sicherung von CO₂-Zertifikaten für Corsia

Flugzeuge der Lufthansa-Gruppe: Jetzt wird es wieder flexibler.

Lufthansa macht Flex-Tarife wieder flexibler

ticker lufthansa group

Verdi gewinnt Betriebsratswahlen bei Lufthansa Group

Video

2005: Boeing 737-800 (VH-XZJ) «Mendoowoorrji»
Rund 13 Jahre lang flog die Boeing 737 namens Mendoowoorrji mit einem Aborigine-Kunstwerk auf dem Rumpf um die Welt. Nun wird das Flugzeug von Qantas umlackiert, ganz verschwindet die Geschichte aber nicht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Special Olympics Airlift 2025: Zahlreiche Jets nehmen an der Aktion teil.
Vom 20. bis 26. Juni finden die Special Olympics USA Games statt. Zur Anreise können die Athletinnen und Athleten den Special Olympics Airlift nutzen, bei dem Flugzeugbesitzer ihre Flieger kostenlos zur Verfügung stellen. Erstmals ist auch eine Boeing 777 dabei.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil