Airbus A220 von Air Baltic: Der Staat hilft der angeschlagenen Nationalairline.

30 Millionen EuroLettland greift Air Baltic mit Notkredit unter die Arme

Verdoppelte Treibstoffpreise, kaum abgesichert – und eine Anleihe über 380 Millionen Euro im Nacken: Für Air Baltic spitzt sich die Lage zu. Die lettische Regierung greift nun mit einem Notkredit ein. Und das dürfte noch nicht alles sein.

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Die Lage bei Air Baltic ist angespannt. Im Zuge des Iran-Kriegs haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt. Und die lettische Nationalairline hat nur rund zehn Prozent ihres Jahresbedarfs über Hedging gegen Preisschwankungen abgesichert. Der Großteil des Treibstoffs muss sie somit zu den deutlich höheren Marktpreisen einkaufen – mit entsprechend spürbaren Folgen für die Kostenbasis.

Diese Entwicklung kommt zur Unzeit. Denn bis zum 14. August 2029 steht die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 380 Millionen Euro an. Ohne nachhaltige Gewinne dürfte es für Air Baltic schwierig werden, diese Verpflichtung zu erfüllen. Offenbar ist die Lage bedrohlich. Denn am Dienstag (31. März) hat die Regierung von Lettland in einer Sitzung einen Notfallkredit über 30 Millionen Euro für die Nationalairline gesprochen.

Das Darlehen muss schon Ende August zurückbezahlt werden

Ministerpräsidentin Evika Siliņa erklärte dem TV-Sender LTV, Air Baltic sei für die Stärkung der nationalen Sicherheit Lettlands und die Verbesserung der Anbindung von entscheidender Bedeutung. Daher seien die Voraussetzungen für die Gewährung eines kurzfristigen Darlehens gegeben, um die Folgen des Kerosinpreisschocks abzufedern. Das Geld soll dazu dienen, den Betrieb und die Flüge sicherzustellen.

Die Regierung wird das Darlehen nun unverzüglich an das Parlament weiterleiten, wo es ebenfalls noch genehmigt werden muss. «Es sind außergewöhnliche Umstände. Genauso wie bei der Entscheidung über die Senkung der Verbrauchsteuer auf Dieselkraftstoff und die Unterstützung für Landwirte», sagte Siliņa. Es handle sich um einen kurzfristigen Kredit, dessen Rückzahlung Ende August fällig wird.

Air Baltic muss neue Strategie vorstellen

Die Ministerpräsidentin räumte zudem ein, dass Air Baltic möglicherweise in Zukunft weitere Unterstützung benötigen könnte. Dabei würde es um eine Kapitalerhöhung gehen. Zuerst einmal müsse das Management bis zum Sommer eine angepasste Strategie vorlegen.

Aufsichtsratspräsident Andrejs Martinovs erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Leta, dass das Darlehen der Fluggesellschaft helfen werde, die Lage zu stabilisieren und die negativen Auswirkungen zu verringern. Man werde in der Lage sein, das Geld zurückzuzahlen, sofern keine «außergewöhnlichen Ereignisse» eintreten.

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