Boeing 777 von Nordwind Airlines: Eher leer nach Nordkorea.

Nordwind AirlinesFlüge von Moskau nach Pjöngjang bleiben praktisch leer

Eigentlich sollten Touristinnen und Touristen per Direktflug nach Nordkorea reisen. Doch die Verbindung von Moskau nach Pjöngjang bleibt weitgehend leer. Trotz Subventionen und großer Flugzeuge nutzt kaum jemand das Angebot.

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Eigentlich sollte alles ganz anders kommen. Mit neuen Flügen von Moskau nach Pjöngjang wollte Russland mehr Touristinnen und Touristen nach Nordkorea bringen. Unter anderem in ein neu eröffnetes Strandresort für bis zu 20.000 Gäste. Die Idee: einfacher anreisen, länger bleiben, mehr Besucher. Doch ein Jahr später zeigt sich: Die Flugzeuge fliegen, die Urlauber nicht.

Die russische Fluggesellschaft Nordwind Airlines hatte dafür ein eigenes Angebot aufgebaut. Sie erhielt die Genehmigung für regelmäßige Flüge zwischen den Hauptstädten und sollte mit zunächst zwei monatlichen Verbindungen schrittweise Nachfrage aufbauen. Eingesetzt wurden zuerst Boeing 777 mit rund 440 Sitzen, später Airbus A330 mit gut 350 Plätzen. Gefüllt wurden diese Plätze nicht. Finanziell gestützt wurde die Strecke durch staatliche Subventionen. Geplant waren über 124 Millionen Rubel (1,4 Millionen Euro), ausgezahlt wurden am Ende jedoch nur rund 41 Millionen (rund 460.000 Euro). Auch, weil nur ein Flug pro Monat stattfand, wie die Wirtschaftszeitung Kommersant berichtet.

Auslastung der Flüge nach Nordkorea sehr niedrig

Und auch bei diesen Flügen blieb die Auslastung extrem niedrig. Laut Kommersant berichten Kenner der Branche, dass darin «praktisch keine» Touristen saßen. Das liegt auch daran, wie das Angebot funktioniert: Tickets sind nicht frei buchbar, sondern nur im Rahmen organisierter Reisen erhältlich. Selbst dann ist die Reise kompliziert. Teilweise müssen Rückflüge über andere Routen organisiert werden, etwa via Vladivostok, weil die Flugpläne nicht auf klassische Rundreisen ausgelegt sind.

Der Großteil der Nachfrage läuft deshalb weiterhin über Vladivostok. Ab dort fliegen Reisende etwa mit Air Koryo oder reisen sogar mit der Bahn. Von rund 5000 touristischen Reisen im Jahr 2025 entfielen etwa 4000 auf diese Route. Moskau spielt dagegen kaum eine Rolle. Der direkte Flug ist schlicht zu lang, zu teuer und für ein ohnehin stark reguliertes Reiseziel zu wenig attraktiv.

Strecke ist vor allem auch politisch

Wirtschaftlich ist die Strecke kaum zu rechtfertigen: Ein Umlauf mit einem Langstreckenflugzeug kostet mehrere Dutzend Millionen Rubel, die Subventionen decken nur einen Bruchteil davon ab. Dennoch wird Nordwind Airlines weiterfliegen. Denn neben wenigen Touristen transportiert die Fluggesellschaft vor allem einige Diplomaten und Fachkräfte sowie Fracht. Und damit zeigt sich auch, warum die Route Moskau - Pjöngjang weiterhin bedient wird: Das politische Interesse überwiegt bei der Strecke das finanzielle.

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