Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.

Flug aus FrankfurtKapitän von Icelandair flog auf seinem letzten Flug extrem niedrig über seine Heimatstadt

Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.

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Auf der isländischen Insel Heimaey - Teil der Inselgruppe Vestmannaeyjar (Deutsch: Westmännerinseln) - ist in der Regel nicht sehr viel los. Doch am Samstag (11. April) wurden die nun 4500 Bewohnerinnen und Bewohner buchstäblich aufgerüttelt. Viele von ihnen bemerkten ein lautes Grummeln und berichteten, dass ihre Häuser zitterten. Beim Blick nach draußen war etwas zu sehen, was ziemlich unheimlich wirken kann: eine Boeing 757 von Icelandair flog sehr niedrig über ihre Ortschaft.

Wie einige Anwohnende der Gemeinde gegenüber lokalen Medien berichteten, fürchteten sie, dass das Flugzeug abstürzen würde. Doch das war nicht der Grund für den Tiefflug über die kleine Stadt Vestmannaeyjabær. Die Boeing 757 mit dem Kennzeichen TF-ISR war als Flug FI521 aus Frankfurt gekommen. Und kurz nach dem Überflug der Westmännerinseln landete sie wie geplant in Keflavík. Der Kapitän hatte mit diesem Flug nach 40 Jahren Dienst seinen letzten Einsatz vor der Rente. Mit dem Manöver wollte er seine Heimat auf den Inseln grüßen.

Ohne das Wissen von Icelandair passiert

Doch das ging nach hinten los. Denn die Fluggesellschaft zeigte sich in der Folge sichtlich irritiert. Denn der Tiefflug sei nicht Teil des Flugplans gewesen und sei ohne Genehmigung erfolgt, so Icelandair.

Die Flugbetriebschefin der Airline ist sauer. «In der Luftfahrt ist im regulären Passagierbetrieb alles strikt durch Verfahren und Checklisten geregelt – und das fällt nicht in diesen Rahmen», so Linda Gunnarsdóttir gegenüber dem Portal MBL . «Das wurde weder mit unserer Erlaubnis noch mit unserem Wissen durchgeführt.» Man nehme den Vorfall «sehr ernst»

Kapitän hat Passagiere wohl informiert

Sie geht davon aus, dass die Passagiere möglicherweise über das Manöver informiert wurden, konnte dies aber nicht bestätigen. Zur Frage der Verantwortung erklärte Gunnarsdóttir, dass auch der andere Pilot an Bord Verantwortung trage. «Natürlich trägt er Verantwortung, aber nach den luftfahrtrechtlichen Vorschriften hat der Kapitän an Bord die letztliche Entscheidungsgewalt», so Gunnarsdóttir.

Icelandair hat wegen des Manövers eine interne Untersuchung eingeleitet. Zudem wurde der Fall laut lokalen Medienberichten auch an die Polizei weitergegeben. Welche Konsequenzen der Vorfall hat, ist offen. Der Pilot selbst steht ohnehin kurz vor dem Ruhestand. Dennoch prüft Icelandair weitere Schritte.

Wie niedrig flog die Boeing 757 wirklich?

Wie tief die Boeing 757 tatsächlich über Vestmannaeyjabær flog, ist nicht abschließend geklärt. In einigen Berichten ist von rund 100 Metern die Rede. Offizielle Daten fehlen bislang, unter anderem wegen ungenauer Aufzeichnungen in der Region.

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