Gegenüber dem Magazin Spiegel sagte Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr nun, dass der Konzern wichtige Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz hatte. «Bei Tap hat uns der Bundeskanzler sehr unterstützt», so Spohr. «Ohne seine Anrufe in Lissabon wäre es gegen die Franzosen deutlich schwerer geworden, die hatten ihre Regierung ja genauso hinter sich.» Schon im Mai hatte Merz sich bei einem Auftritt mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten Luís Montenegro für die Lufthansa-Gruppe stark gemacht.
Tap-Anteil für Lufthansa «zum Preis von wenigen Langstreckenflugzeugen»
Auf die Frage, wie sich der Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro für den Anteil jemals rechnen soll, sagte Spohr, Tap sei «hochprofitabel» und eine ideale strategische Ergänzung. «Zum Preis von wenigen Langstreckenflugzeugen bekommen wir Zugang zu 100 modernen Flugzeugen der Tap und steigen zwischen Europa und Lateinamerika von der Nummer sechs zur Nummer eins auf», so der Manager. «So eine Gelegenheit kommt kein zweites Mal.»
Zur angestrebten Übernahme von 100 Prozent an der portugiesischen Fluglinie sagte Spohr, im ersten Schritt gehe war zunächst um eine Minderheitsbeteiligung. «Volle Synergien ergeben sich aber erst bei 100 Prozent, das ist Teil unseres Geschäftsmodells, daraus machen wir keinen Hehl», so Spohr. «Erfolgreich sein könnten wir aber auch mit weniger.»
Lufthansa Group verspricht Tap acht Airbus A350
Schon zuvor hatte Spohr gesagt: «Mit der portugiesischen Regierung ist ein Weg zu 100 Prozent abgesprochen, vielleicht mit ein paar Aktien, die bei der Belegschaft bleiben.» Für die restlichen 50,1 Prozent liegt ein unverbindliches Angebot über 1,3 Milliarden Euro vor, teils in Lufthansa-Aktien. Mitreden will Lufthansa Group derweil schon von Anfang an.
Im Exekutivkomitee von Tap, das als eine Art Vorstand das Tagesgeschäft führt, stellt der Konzern drei von vier Mitgliedern. Zudem darf er den Chef oder die Chefin ernennen. Im Verwaltungsrat hat dagegen Portugal mit fünf zu vier Sitzen die Mehrheit. Sobald die EU dem Einstieg der Lufthansa-Gruppe bei Tap zustimmt, soll die portugiesische Fluglinie wie eine Konzern-Airline behandelt werden - und als solche unter anderem acht Airbus A350 erhalten.
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