«Das ist wirklich eine große Sache für uns», sagt Vorstandsmitglied Christine Rovelli. Finnair hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag (25. Oktober) die neueste Strecke eröffnet. Und sie führt gleich auf einen neuen Kontinent - nach Australien. Die Nationalairline Finnlands ist damit nach British Airways und Turkish Airlines die erste europäische Fluglinie, die Down Under selbst bedient.
Und Rovelli, bei Finnair für die Umsatzgenerierung zuständig, ist mit dem Start des Verkaufs zufrieden. «Neue Strecken vergleichen wir immer mit einer früheren Streckenaufnahme, damit wir sehen, wie es läuft», sagt die im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Und diese läuft sehr gut».
Iran-Krieg veränderte Pläne von Finnair nicht
Finnair hat für die Expansion nach Australien nicht die Metropole Sydney gewählt, weil die Fachleute der Airline bei der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria am meisten Potenzial sahen. «Melbourne war die australische Stadt, in die wir am meisten Tickets verkauften, aber nicht selbst hinflogen», erklärt Rovelli. Zudem sei die Route auch wegen der Fracht interessant. «Unsere Cargoabteilung sah ebenfalls Bedarf.»
Angekündigt hatte Finnair die neue, 15.200 Kilometer lange Route im vergangenen Dezember - also lange vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Damals war Kerosin noch massiv günstiger. Gab es seither Momente, in denen man an einen Stopp des Projektes dachte? «Nein», sagt Rovelli. Man habe noch immer mehr als 50 Prozent des Verbruchs zu recht attraktiven Preisen abgesichert. Und durch dieses Hedging habe sich die Rechnung für dieses Projekt nicht verändert.
Aufenthalt in Bangkok
Die ganzjährigen täglichen Flüge nach Melbourne führt Finnair via Bangkok, wo es einen Besatzungswechsel gibt und die Passagiere aus dem Flugzeug aussteigen und nach einer Sicherheitskontrolle 1:50 Stunden Aufenthalt später neu einsteigen müssen. Eines ist man sich im Management bewusst. Die Flugzeit auf der ersten Strecke beträgt nach Flugplan 11:25 Stunden, auf der zweiten 8:55 Stunden.
Dass die Airline aus dem Norden nun auch so weit nach Süden fliegt, muss man erst noch bekannter machen. Dabei will Finnair gegenüber der Konkurrenz mit dem Produkt punkten - darunter die gediegene Kabine im finnischen Design und der hochstehende Service. «Mit unserer neuen Marke versuchen wir, Passagieren das finnische Glück zu vermitteln», so Rovelli. Aber auch das unkomplizierte Umsteigen in Helsinki soll Kundinnen und Kunden anziehen.
Anstieg des Passagieraufkommens
Helfen könnte dabei auch die Krise am Persischen Golf, wo bisher viele europäische Reisende nach Australien umstiegen. Ob das tatsächlich so ist, kann Rovelli nicht sagen. Nur so viel sagt sie: «Wir verzeichnen allgemein auf den asiatischen Strecken seit Beginn des Konflikts im Iran einen Anstieg des Passagieraufkommens».
aeroTELEGRAPH