Die Vereinigung Cockpit kritisiert die geplante Beteiligung der Lufthansa an Tap Air Portugal. Der Konzern habe sich im Bieterverfahren einen Anteil von 44,9 Prozent gesichert und dafür einen Preis geboten, der rund 21 Prozent über dem Angebot des nächstplatzierten Interessenten liege. Die portugiesische Regierung behalte dennoch die Mehrheit.
Die Pilotengewerkschaft sieht darin einen Widerspruch zur Sparpolitik des Lufthansa-Managements. Während gegenüber den Beschäftigten Einschnitte mit Profitabilitätsproblemen begründet würden, sei der Konzern bei Übernahmen bereit, hohe Summen auszugeben.
Vizepräsident Oliver Löwe fordert deshalb eine Erklärung für die unterschiedlichen finanziellen Maßstäbe. Zugleich kündigt die Gewerkschaft an, ihre Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Pilotenverband SPAC und weiteren europäischen Pilotenvertretungen innerhalb der Lufthansa-Gruppe zu intensivieren. Ziel sei eine stärkere grenzüberschreitende Interessenvertretung bei Tarifverhandlungen und Arbeitsbedingungen.