Während der Pandemie gegroundete Flugzeuge von Spirit Airlines: Bleibt die Fluglinie nun ganz am Boden?

Kredit und BeteiligungDurch die Rettung von Spirit Airlines könnte die Regierung der USA zur großen Airbus-Betreiberin werden

Die Regierung der USA steht offenbar vor einer Rettung der angeschlagenen Billigairline. Der Staatskredit von 500 Millionen Dollar könnte in eine Mehrheitsbeteiligung an Spirit Airlines münden – mit weitreichenden Folgen für den Wettbewerb in den USA.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Zwei Mal innerhalb eines Jahres musste Spirit Airlines schon Gläubigerschutz unter Chapter 11 beantragen. In ihrer Restrukturierung hat die Ultrabilligairline zwar schon erste Fortschritte gemacht. Sie plant, die Flotte bis zum Sommer auf 76 bis 80 Flugzeuge zu verkleinern, überwiegend Airbus A320 Ceo und A321 Ceo. So will sie Schulden, Leasingverpflichtungen und Betriebskosten senken. Das Streckennetz schrumpft Spirit Airlines, indem sie sich auf ihre absolut wichtigsten Märkte wie Fort Lauderdale, Orlando, Detroit und den Großraum New York konzentriert.

Der Kern des Plans ist eine Verringerung der Schulden und Leasingverpflichtungen von 7,4 Milliarden auf etwa 2 Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro). Doch fix ist das noch nicht - und genau in dieser heiklen Phase explodieren die Kerosinpreise. Mit entsprechenden Folgen für eine Fluggesellschaft, die ohnehin schon Verluste schreibt. Darum hat die Führung von Spirit Airlines die Regierung der USA um Hilfe gebeten.

Donald Trump ist offen für Rettung durch den Staat

Und bei Donald Trump stößt das Anliegen auf offene Ohren. Er sei beunruhigt über die Vorstellung, dass Spirit Airlines, die rund 14.000 Mitarbeitende beschäftigt, insolvent werden könnte, so der Präsident der USA. «Vielleicht sollte die Bundesregierung hier Abhilfe schaffen», sagte er dem Fernsehsender CNBC. Gemäß der Zeitung The Wall Street Journal hat sich Trump am Dienstagabend mit Handelsminister Howard Lutnick und Verkehrsminister Sean Duffy getroffen, um eine Einigung zur Rettung von Spirit Airlines auszuarbeiten.

Gemäß dem Bericht beinhaltet die Vereinbarung, dass die Regierung der USA der angeschlagenen Billigfluggesellschaft bis zu 500 Millionen Dollar leiht. Im Gegenzug würde sie Optionen erhalten, die sie in eine bedeutende Beteiligung an Spirit Airlines umtauschen könnte. Gemäß diversen Berichten würde diese Beteiligung bis zu 90 Prozent des gesamten Kapitals ausmachen. Mit anderen Worten: Die Billig- würde zu einer Staatsairline.

Viele sehen eine staatliche Rettung kritisch

Kritikerinnen und Kritiker sehen darin einen ordnungspolitischen Sündenfall. Denn Spirit Airlines ist für die Vereinigten Staaten nicht bedeutend, wenn es um die Konnektivität geht. Und man würde einen Präzedenzfall schaffen, in dessen Folge auch andere Fluglinien im Weißen Haus anklopfen könnten. Zudem führt eine Staatsbeteiligung zu einer Marktverzerrung, weil Spirit Airlines nicht mehr vom Kapitalmarkt abhängig wäre und mit dem staatlichen Kapital anderen Anbietern Konkurrenz machen könnte.

Die Ironie der Geschichte: Damit würde die Regierung der USA zu einem großen Betreiber von Airbus-Jets. Denn die amerikanische Billigairline setzt seit jeher auf die Flugzeuge des europäischen Herstellers. «Und das mitten in einem Handelskrieg mit Europa. Während gleichzeitig Zölle auf Flugzeugimporte erhoben werden. Und während Boeing aktiv versucht, Marktanteile von Airbus zurückzugewinnen», schreiben die Analysten von Air Insight.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-spirit-airlines

Spirit Airlines verkauft letzte Flugzeuge - 27 Airbus A320 und A321

Spirit Airlines: Google verspricht sich etwas von den Daten der Airline.

Google kauft Daten von untergeganener Spirit Airlines - um KI zu trainieren

ticker-spirit-airlines

Ehemalige Spirit-Zentrale für 93 Millionen Dollar verkauft

ticker-spirit-airlines

Für 250 Millionen Dollar gebaute Firmenzentrale von Spirit Airlines wird für 88 Millionen verkauft

Video

Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick aus dem Airbus A340-600 von Lufthansa: Jetzt ein Bild der Vergangenheit.
Nach 23 Jahren hat Lufthansa ihren letzten regulären Flug mit einem Airbus A340-600 absolviert. Am Steuer saß Lufthansa-Airlines-Vorstand Francesco Sciortino. Es war ein emotionaler Abschied von einem Flugzeug, das für viele etwas Besonderes war - aber einfach nicht mehr mit den moderneren Modellen mithalten kann.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin