Der Kern des Plans ist eine Verringerung der Schulden und Leasingverpflichtungen von 7,4 Milliarden auf etwa 2 Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro). Doch fix ist das noch nicht - und genau in dieser heiklen Phase explodieren die Kerosinpreise. Mit entsprechenden Folgen für eine Fluggesellschaft, die ohnehin schon Verluste schreibt. Darum hat die Führung von Spirit Airlines die Regierung der USA um Hilfe gebeten.
Donald Trump ist offen für Rettung durch den Staat
Und bei Donald Trump stößt das Anliegen auf offene Ohren. Er sei beunruhigt über die Vorstellung, dass Spirit Airlines, die rund 14.000 Mitarbeitende beschäftigt, insolvent werden könnte, so der Präsident der USA. «Vielleicht sollte die Bundesregierung hier Abhilfe schaffen», sagte er dem Fernsehsender CNBC. Gemäß der Zeitung The Wall Street Journal hat sich Trump am Dienstagabend mit Handelsminister Howard Lutnick und Verkehrsminister Sean Duffy getroffen, um eine Einigung zur Rettung von Spirit Airlines auszuarbeiten.
Gemäß dem Bericht beinhaltet die Vereinbarung, dass die Regierung der USA der angeschlagenen Billigfluggesellschaft bis zu 500 Millionen Dollar leiht. Im Gegenzug würde sie Optionen erhalten, die sie in eine bedeutende Beteiligung an Spirit Airlines umtauschen könnte. Gemäß diversen Berichten würde diese Beteiligung bis zu 90 Prozent des gesamten Kapitals ausmachen. Mit anderen Worten: Die Billig- würde zu einer Staatsairline.
Viele sehen eine staatliche Rettung kritisch
Kritikerinnen und Kritiker sehen darin einen ordnungspolitischen Sündenfall. Denn Spirit Airlines ist für die Vereinigten Staaten nicht bedeutend, wenn es um die Konnektivität geht. Und man würde einen Präzedenzfall schaffen, in dessen Folge auch andere Fluglinien im Weißen Haus anklopfen könnten. Zudem führt eine Staatsbeteiligung zu einer Marktverzerrung, weil Spirit Airlines nicht mehr vom Kapitalmarkt abhängig wäre und mit dem staatlichen Kapital anderen Anbietern Konkurrenz machen könnte.
Die Ironie der Geschichte: Damit würde die Regierung der USA zu einem großen Betreiber von Airbus-Jets. Denn die amerikanische Billigairline setzt seit jeher auf die Flugzeuge des europäischen Herstellers. «Und das mitten in einem Handelskrieg mit Europa. Während gleichzeitig Zölle auf Flugzeugimporte erhoben werden. Und während Boeing aktiv versucht, Marktanteile von Airbus zurückzugewinnen», schreiben die Analysten von Air Insight.
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