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Pilotenmangel: Air India gibt B777 ab

Die Flieger von Boeing verbrauchen zu viel Kerosin. Daher will die Fluglinie sie nun im Leasing an Konkurrenten anbieten.

Modell einer B777 von Air India: Nicht mehr profitabel.

Eigentlich befindet sich Air India gerade im Clinch mit Boeing. Bevor man sich mit Boeing nicht auf eine angemessene Kompensation für die verspätete Auslieferung einige, wolle man den Dreamliner nicht in Empfang nehmen, erklärte Luftfahrtminister Ajit Singh laut der indischen Wirtschaftszeitung Economic Times. Bis jetzt fanden sich die Parteien noch nicht. Doch eine Wende könnte die Einführung der effizienten B787 nun doch wieder vorantreiben. Auf enorm langen Strecken, wie etwa in die USA seien die B777 regelrechte Spritfresser, erklärte ein Air-India-Informant der Nachrichtenagentur IANS.

Routen wie der von Delhi nach New York oder von Mumbai nach Newark machen bei der staatlichen Fluggesellschaft schon lange Probleme. Auf ihnen betrage der durchschnittliche Verlust momentan um die zwei Millionen Dollar im Monat. Man könne die Treibstoffkosten und Steuern einfach nicht mehr mit den Ticketpreisen decken, so der Informant. Air India habe schon lange darauf gewartet, sie endlich zu ersetzen, schon Ende des kommenden Monats könnte das nun der Fall sein, erklärt die Quelle weiter.

Dry- statt Wet Lease

Ein Hinweis darauf sind auch die Pläne der Fluglinie, einen Teil der Triple-Sevens an private Anbieter in Dry-Lease-Verträgen abzugeben – das heißt ohne Crew oder Wartung. Mindestens fünf B777 sollen davon betroffen sein, wie die Quelle weiter berichtet. Das würde der Airline nicht nur eine Treibstoffersparnis bringen, wenn sie stattdessen die effizienteren Dreamliner einsetzt. Von der Maßnahme erhofft Air India sich auch neues Geld in der Kasse. Die Nationalairline schreibt hohe Verluste und versucht an allen Ecken und Enden zu sparen oder zusätzliches Geld einzunehmen. Für acht bis zehn Jahre sollen die Verträge laufen. Auf die Frage, ob es schon Interessenten gebe, erklärte der Informant der Nachrichtenagentur, es habe eine «angemessene Resonanz» auf das Angebot gegeben, sowohl von anderen Airlines als auch von Leasingunernehmen.

Insgesamt 17 B777 befinden sich in der Flotte von Air India. Ein Großteil von ihnen bleibt allerdings gerade am Boden. Der Grund: Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und ausbleibender Gehaltszahlungen traten die Piloten teilweise in Streik. Auch die Millionenverluste, die sie daher täglich einfliegt, sollen durch das Leasing der ohnehin gegroundeten Jets kompensiert werden. Daher hat Air India auch inzwischen Pläne verworfen, die Flieger im Wet Lease, also inklusive Crew und Wartung, anzubieten. Für die 787 ist die Fluggesellschaft aber optimistisch. Dutzende Piloten werden gerade für die neuen Flieger geschult. Auch neue Routen will die Airline mit dem Dreamliner anfliegen. Laut der Zeitung Financial Chronicle stehen zum Beispiel Hong Kong, Osaka und Seoul schon ab Spätsommer auf dem Programm.



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