Letzte Aktualisierung: 10:10 Uhr

Unglücksflug 6W703

Piloten der An-148 kämpften mit unklaren Daten

Im Cockpit der Antonov An-148 von Saratov Airlines kam es kurz nach dem Start zu Problemen. Das könnte an vereisten Messinstrumenten gelegen haben.

Augenzeugen hatten schon kurz nach dem Unglück berichtet, sie hätten Feuer hinter der Tragfläche der Antonov An-148 hervorschießen sehen. Nicht nur die Aufnahmen einer Sicherheitskamera widerlegen diese Berichte, sondern jetzt auch das Interstate Aviation Committee, dem die Oberaufsicht über die Luftfahrt in den ehemaligen Sowjetrepubliken obliegt. Die Explosion der Maschine von Saratov Airlines habe sich erst am Boden ereignet, teilt es mit. Am Dienstag (13. Februar) haben die Wissenschaftler der Behörde erste offizielle Angaben zum Unfallhergang gemacht. Zuvor hatten sie die Daten des Flugdatenschreibers ausgelesen und ähnliche Unfälle studiert, um Parallelen ziehen zu können. Demnach startete die An-148 um 14:21 Uhr Lokalzeit am Flughafen Moskau Domodedovo. Rund zweieinhalb Minuten später begannen die Probleme von Flug 6W703, so die Behörde gemäß der Nachrichtenagentur Tass.

Heizung war nicht eingeschaltet

Zu jenem Zeitpunkt befand sich die An-148 mit dem Kennzeichen RA-61704 bereits auf einer Höhe von rund 1300 Metern. Sie war mit einer Geschwindigkeit von rund 465 bis 470 Kilometer pro Stunde unterwegs. Die Piloten von Saratov Airlines hätten aber ab da «unzuverlässige Geschwindigkeitsangaben» erhalten, so das Interstate Aviation Committee weiter. Dies könne auf eine Vereisung hindeuten. Noch etwas haben die Experten festgestellt. Die Heizung für die sogenannten Pitot-Sonden, welche die Geschwindigkeit des Flugzeuges messen, war vor dem Start nicht eingeschaltet worden. Bei allen 15 Flügen der An-148 zuvor war sie dagegen aktiv. Das habe zu einer Vereisung der Sensoren führen können.

Erinnerung an AF447

Was passieren kann, wenn die Pitot-Sonden vereisen, zeigte sich auf tragische Weise beim Absturz von Flug AF447 auf dem Flug von Rio nach Paris im Jahr 2009. Damals hatten die Piloten deswegen auch unzuverlässige Angaben zur Geschwindigkeit erhalten und falsch reagiert. Statt zu sinken, stiegen sie immer höher – bis es zum Strömungsabriss kam.



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