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Wegen Aus von Air Berlin

Ab Samstag ruckelt es im deutschen Flugverkehr

Bald fliegt Air Berlin nicht mehr. Lufthansa möchte zwar viele Strecken übernehmen. Doch das geht erst mit Zustimmung der EU. Bis im Frühjahr gibt es Lücken im Angebot.

aeroTELEGRAPH

Flieger der Schweizer Air-Berlin-Tochter Belair: Viele gehen zurück an die Leasingfirmen.

Am Freitagabend ist Schluss. Am 27. Oktober kurz vor 23 Uhr landen die letzten Flüge von Air Berlin in Berlin-Tegel, Düsseldorf und Zürich. 38 Jahre und sechs Monate nach dem Erstflug verschwindet damit die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft vom Himmel. Der Iata-Code AB ist dann Geschichte.

Lufthansa hat zwar einen Vertrag zur Übernahme von 81 Flugzeugen und vielen Landerechten der insolventen Fluggesellschaft unterzeichnet. Dennoch wird ab dem 28. Oktober das Angebot auf vielen Strecken merklich ausgedünnt bleiben. Denn der Gewinner im Air-Berlin-Poker darf die übernommenen Jets noch nicht einsetzen. Zuerst muss Lufthansa das Urteil der europäische Kartellwächter abwarten. Erst wenn sie ihren Segen geben, darf sie die Integration auch umsetzen. Das dauert.

Beruhigung erst im Frühling

Wegen des Wegfalls von Air Berlin werde der Flugverkehr in Deutschland in den kommenden Monaten deutlich «ruckeln», erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der Süddeutschen Zeitung. Ein Beispiel: Bislang flog Air Berlin von Karlsruhe/Baden-Baden nach Berlin-Tegel. Diese Strecke bleibt nun unbedient, bis voraussichtlich im März Eurowings sie übernimmt. Eine Stabilisierung des Flugbetriebes in Deutschland sei allgemein erst zum Sommer zu erwarten, so Spohr weiter zum Blatt. So richtig rund werde es wohl erst im Winter 2018/19 laufen.

Dieses Problem löst Lufthansa damit, dass sie auf betroffenen Strecken in nächster Zeit generell größere Flugzeuge einsetzt. Vorübergehend sind das sogar Langstreckenjets. Daneben mietet die Fluggesellschaft aber auch Flugzeuge von anderen Airlines an, wie Spohr der Süddeutschen Zeitung weiter erklärte. Darunter sind etwa Boeing 737 von Tuifly.

Auch Wet-Lease-Jets dürfen nicht mehr alle starten

Besonders hart für die Fluglinie ist, dass sie auch die 33 Maschinen nicht alle brauchen darf, die sie seit Frühjahr von Air Berlin mitsamt Crew mietet. Auch die müssen ab Samstag teilweise am Boden bleiben. Lufthansa sucht aber nach Ersatz. Ziel sei es, alle geplanten Lufthansa- und Eurowings-Flüge durchzuführen, auch die, die bislang von Air Berlin durchgeführt wurden, so Spohr.



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