Flugzeug von Condor in Wien: Hier brummt das Geschäft.

Zubringernetz nach FrankfurtCondor nennt ihre erfolgreichsten Städte-Strecken - und Unterschiede zu Air Berlin

Die deutsche Fluglinie baut ihr Netz an Städte-Strecken aus. So bringt Condor Reisende zu ihren Langstreckenflügen nach Frankfurt - aber nicht nur. Airline-Chef Peter Gerber erklärt den Mix der Fluggäste, verteilt einen Seitenhieb gegen Lufthansa und grenzt Condor von Air Berlin ab.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Ab dem kommenden Mai baut Condor ihr Angebot mit drei weiteren Städte-Zielen aus: Barcelona, Budapest und Venedig. Diese ergänzen die bisherigen Destinationen Berlin, Hamburg, München, Paris, Mailand, Rom, Wien, Zürich und Prag.

«Am erfolgreichsten funktioniert aktuell Wien», sagte Condor-Chef Peter Gerber bei einer Presseveranstaltung am Dienstag (1. Juli). Auf den Flügen zwischen Frankfurt und der österreichischen Hauptstadt habe man einen Ladefaktor, «der ziemlich stabil bei 80 Prozent liegt», so der Manager.

Condor-Chef: «Deutsche Destinationen könnten besser laufen»

«Auch die beiden italienischen Verbindungen laufen sehr gut», so Gerber. Ebenso Paris, was ihn ein wenig überrascht habe. Dagegen habe Condor im innerdeutschen Verkehr nur Werte bis etwa 50 Prozent bisher erreicht. «Die deutschen Destinationen könnten besser laufen», bilanzierte der Condor-Chef. Seine Erklärung: Die Deutschen hätten sich so daran gewöhnt, «dass seit 40 Jahren nur die Lufthansa fliegt», dass sie gar nicht nach Alternativen suchen würden. Daher sei Condors Angebot nach wenigen Monaten noch nicht so bekannt.

Der Manager erklärte, die Kundschaft der City-Flüge würde sich aus mehreren Gruppen zusammensetzen: An erster Stelle würden die Umsteiger auf die Langstrecke in Frankfurt stehen. Ebenfalls gebe es innereuropäische Umsteiger. Zusammen würden diese Gruppen 30 bis 50 Prozent der Passagiere dieser Flüge ausmachen. Rechne man die Fluggäste von Interline-Partnern hinzu, käme man auf 40 bis 60 Prozent. Der Rest seien Punkt-zu-Punkt-Reisende.

So stark ging der Lufthansa-Anteil bei Condor zurück

Seitdem Lufthansa eine umfangreichere Zusammenarbeit mit Condor aufgekündigt hat, sind die beiden auch nur noch Interline-Partner. Die Folge: Lufthansa transportiert für Condor deutlich weniger Reisende von/nach Frankfurt. «Vorher waren es über das gesamte Netz gesehen etwas über 20 Prozent, jetzt sind es noch etwa 5 Prozent», sagte der Condor-Chef.

Gerber betonte in Richtung Lufthansa: «Ein bisschen mehr Fairness wäre auch ok», wenn es um Slots gehe, also die Zeitnischen für Starts und Landungen, gerade in Frankfurt. Er sprach vom «großen Wettbewerber, der die Condor da gerne behindert». Da Condor einst zum Lufthansa-Konzern gehört habe, würde sie an bestimmte Slots nicht herankommen. «Und selbst wenn Lufthansa sie nicht nutzt, werden sie halt mit einem kleinen Flieger warmgehalten», so Gerber.

Condor baut Vertriebsstrukturen für Geschäftskunden auf

Derweil habe man viele Interline-Anfragen «von Airlines, die nicht im Star-Alliance-Verbund stecken und die Zu- und Abbringer mit der Condor suchen», sagt der Chef der deutschen Fluglinie. Es gebe Gespräche, etwa mit American Airlines, Korean Air oder Japan Airlines. Schon jetzt transportiere man «relativ viele» Reisende der polnischen Lot und von Croatian Airlines.

Zudem spreche man auch vermehrt Geschäftskunden an, nicht nur in Nordamerika. «Wir haben entsprechende, wenn auch bescheidene Vertriebsstrukturen an unseren europäischen City-Zielen aufgebaut, um gezielt Kunden in diesen Märkten ansprechen zu können», erklärte Gerber.

Wo Condors Chef die Fehler von Air Berlin sieht

Dominique Prümm, Vorstand der Flughafenbetreiberin Fraport betonte, Condor biete im Sommer 2025 von und nach Frankfurt 35 Prozent mehr Sitze an als noch im Sommer 2024. «So ein Wachstum haben wir lange nicht gesehen von einer Airlines dieser Größenordnung», lobte Prümm.

Derweil sagte Condor-Chef Gerber auf eine Frage nach möglichen Parallelen zur 2017 pleite gegangenen Air Berlin, Condors aktueller Netzaufbau sei «gerade nicht der Air-Berlin-Fall». Air Berlin habe einst versucht, Deutschland-Verkehre aufzubauen im reinem Punkt-zu-Punkt-Verkehr ohne Zubringerfunktion. Umgekehrt habe die Fluggesellschaft damals «versucht, Langstrecke zu fliegen, wo sie gar keine Zubringung hatte», sagte der Manager. Condor gehe anders vor und sei überzeugt, mit ihrem Mix die Flugzeuge füllen zu können.

Mehr zum Thema

ticker-condor-grun

Condor fliegt Mailand und Prag auch im Winter 2025/26 an

A320 Neo von Condor am BER: Reisende aus Berlin profitieren vom Codeshare-Abkommen des Ferienfliegers mit Emirates.

Jetzt dürfen Condor und Emirates im Codeshare fliegen

Airbus A330-900 von Condor: Die Flottenerneuerung zahlt sich aus.

Neue Flotte, neues Image: Wie Condor die Wende schaffte

ticker-condor-pink

Condor erhöht Frequenzen auf Zubringerflügen nach Frankfurt

Video

Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies