Pilot im Cockpit: Was er sagt, wird aufgezeichnet.

Stimmenrekorder25 Stunden Cockpit-Aufzeichnung werden in den USA Pflicht

Es stellt Unfallermittler vor Probleme: Bisher zeichnen Stimmenrekorder im Cockpit von Fliegern in den USA nur zwei Stunden auf - dann wird alles überschrieben. Das ändert sich nun.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Forderung gibt es schon länger. Doch Flug AS1282 am 5. Januar 2024 machte noch einmal überdeutlich, wie wichtig sie ist. An diesem Tag verlor eine Boeing 737 Max von Alaska Airlines während des Fluges ein Panel, sodass ein großes Loch im Rumpf der Jets klaffte.

Direkt zu Beginn der Ermittlungen zu dem Vorfall stieß die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB auf ein Problem: Der Stimmenrekorder, der Gespräche und Geräusche im Cockpit aufzeichnet, war nicht zu gebrauchen. Denn gesetzlich vorgeschrieben sind in den USA bisher nur zwei Stunden Aufzeichnung - danach wird die Aufnahme mit den neuen Aufzeichnungen neuen überspielt. Und die Systeme des Alaksa-Airlines-Jets wurden nach dem Vorfall für einen Wartungscheck wieder hochgefahren - und dabei die wichtige Aufnahme überspielt.

Jetzt werden 25 Stunden Pflicht

Um so etwas zu verhindern, lautet die Forderung schon seit Jahren: Stimmenrekorder müssen nicht nur zwei Stunden aufnehmen, sondern 25 Stunden. Einem Gesetzentwurf, der genau das auf den Weg bringt, hat am Donnerstag (8. Februar) nun der Handelsausschuss des US-Senats zugestimmt - und dabei explizit auf den Alaska-Airlines-Vorfall verwiesen.

Stimmenrekorder (hier in einem Embraer-Jet). Bild: aeroTELEGRAPH

«Wir haben gesehen, wie wichtig die Verlängerung der Aufzeichnungsdauer von Stimmenrekordern ist, als die Aufzeichnung bei dem Alaska-Airlines-Unfall überschrieben wurde», so Ted Cruz, Senator von Texas.  Die Änderung der Stimmenrekorder-Vorschrift gehört zu einem größeren Maßnahmenpaket zugunsten die Luftfahrtbehörde FAA.

Insgesamt 107 Milliarden Dollar

In der EU müssen Flugzeuge, die 2021 oder später gebaut wurden, bereits 25 Stunden aufzeichnen und über entsprechende Stimmenrekorder verfügen. Allerdings waren auch in Europa bis 2018 nur 30 Minuten Pflicht, 2019 wurde dann auf zwei Stunden erhöht. Der Stimmenrekorder (im Englischen Cockpit Voice Recorder CVR) bildet mit dem Datenrekorder (Flight Data Recorder FDR) die sogenannte Blackbox - die leuchtend orange ist.

Der gesamte Gesetzentwurfder USA ist 107 Milliarden Dollar schwer und sieht Maßnahmen von 2024 bis 2028 vor. Unter anderem stärkt er die FAA personell für die Aufsicht von Flugzeugzertifizierungen und sieht vor, dass die Behörde 3000 neue Fluglotsinnen und -lotsen einstellt. Als Reaktion auf eine Vielzahl von Beinahekatastrophen verpflichtet er die FAA zudem zum Einsatz neuer Technologien an mehr Flughäfen. Eine Erhöhung des Rentenalters für Pilotinnen und Piloten von 65 auf 67 Jahre lehnte der Ausschuss ab.

Mehr zum Thema

Cockpit: Die NTSB fordert längere Aufnahmezeiten des Stimmenrekorders.

Kurze Aufzeichnungen im Cockpit sorgen für Ärger in den USA

Blick ins Cockpit: Hier wird aufgezeichnet.

US-Behörde fordert längere Aufzeichnungen im Cockpit

Platz 8: Los Angeles (LAX) mit 44,48 Millionen.

Wenn Fluglotsen bei der Arbeit einschlafen

ticker-usa

US-Senat beschließt neue Regeln für psychische Gesundheit von Pilotinnen und Piloten

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier